Wie im vorhergehenden Beitrag erwähnt, haben Tabea, Asmita und ich einige Tage in Pokhara verbracht. Pokhara wird auch als "Schweiz Nepals" bezeichnet. Rund um Pokhara gibt es insgesamt 7 Seen und die Landschaft mit ihren Hügeln und Wäldern ähnelt auch etwas der Landschaft, die man in der Schweiz antreffen kann.
Wir fuhren also am 22. September im Tourist Bus nach Pokhara. Allerdings nahm die Fahr 10 Stunden in Anspruc, was dann doch recht ermüdend war. Auf der Fahrt trafen wir einen Briten mit indischen Wurzeln, der sehr gesprächsfreudig war und die arme Tabea, die sich eigentlich etwas von der Hektik der letzten Tage erholen wollte, 4 Stunden lang vollquaselte. Naja, es war vielleicht nicht nur Gequasel. Er hat ihr von Pokhara und von den verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten erzählt. Nach einige Snackpausen erreichten wir endlich, gegen 17 Uhr Pokhara. Wir waren um 7 Uhr in Kathmandu losgefahren (pünktlich!), hatten aber etwa eine Stunde im Morgenstau der Hauptstadt verbracht.
Unser Hotel, Hotel Asia, eine sehr gute Adresse, war herrlich! Wir hatten ein Zimmer mit Bergsicht und dies zum Preis von 1000 RS (10 FR) pro Nacht und pro Person, ohne Frühstück. Es war ein Preis, der uns eine Freundin ausgehandelt hatte. Ja, das geht hier in Nepal! Toll!
Wir richteten uns ein und dann hatten wir bald einmal Hunger. So bot sich Mailiko Thakali, ein gutes Daalbhaat Restaurant, hervorragend an. Wir hatten den Tipp von einem Bekannten des Managers des Dev Guesthouse erhalten, in dem wir in Kathmandu übernachteten. Das Essen war sehr gut! Glücklich, da wir wieder einmal Reis gegessen hatten, machten wir uns auf den Heimweg, wobei wir noch eine Runde durch die Touristenmeile von Pokhara am See drehten.
Am nächsten Morgen nahmen wir es gemütlich und tranken erst einen Milchtee am See, bevor wir uns weiteren Aktivitäten wittmeten. Nach dem Milchtee folgte chana (gebratene Kichererbsen), ein sehr gutes Frühstück! Die Kichererbsen werden über nacht eingeweicht und am nächsten Tag mit Chilli, Ingwer, Knoblauch und Kümmel gebraten. Dazu wird gehackte, rohe Zwiebel serviert und Tomaten Achar.
Nun, nach dieser Stärkung machten Asmita und ich einen Bummel über die Touristeneinkaufsstrasse und begutachteten die Auslagen. Tabea zog sich zum Schlafen ins Hotel zurück. Des Nachmittags entschieden wir uns, die David Falls, eine "muss" Sehenswürdigkeit von Pokhara, zu besichtigen. Zudem entschlossen wir uns, dass wir nun nicht mehr die "Touristenstrasse" zum Teetrinken benutzen würden, da die verhältnissmässig teuer war. Zudem servierten die local tea shops bessere khaaja (snacks) und Tee.
David Falls sind Wasserfälle, die sich vom Seti river (weisser Fluss) in einen Felskessel ergiessen. Das Wasser verschwindet in einem Lock am Grunde des Kessels und "ward nicht mehr gesehen". Niemand weiss, wo es hingeht. Zudem gibt es ein feiner Sprühnebel, der sich aufgrund der Aufprallkraft des Wassers auf den Felsen bildet. Kombiniert mit Sonnenschein, ein herrlicher Anblick!
Danach gab's wieder Tee und wir besichtigten einen Tempel, der sich in einer Höhle befand. Die Säulen und Wände waren mit Blumenmustern und Götterfiguren verziert, die in den Stein oder aus dem Stein herausgehauen waren. Auch eine Maata (heilige Kuh) aus Stein sahen wir. Sie tronte auf einer Steinleiste an der Seite der Treppe, die in das Gewölbe hinunterführte. Wir hätten eigentlich Eintritt zahlen müssen, doch Tabea hatte ihre Ukulele (kleine Gitarre) dabei und wir sangen "Resam Firiri", ein sehr bekanntes nepalesisches Lied. Der Eintrittswächter muss das gehört haben und liess uns ohne zahlen hinein:-).
Anschliessend trafen wir Freunde von Tabea aus Okhaldhunga. Da nun Dashain Zeit ist (das berühmte Hindufestival in Nepal um diese Zeit) gehen viele Leute in ihre Heimatdistrikte und Dörfer zurück. So kam es, dass auch ein Arbeitskollege von Tabea auf dem Weg nach Palpa Distrikt in Pokhara Halt machte. Wir trafen uns und gingen Fussball kucken:-).
Am folgenden Morgen hiess es "früh aus den Federn". Wir hatten uns mit Arbeitskollegen von Tabea verabredet, um in Sarangkot (Aussichtspunkt in Pokhara) den Sonnenaufgang zu bestaunen. Um 5 Uhr holte uns das Taxi ab und um 06:00 Uhr hatten wir Sarangkot erreicht. Die Sonne begann, die Bergkämme des Himalaya orange zu verfärben, vom See stieg feiner Nebel auf. Das Licht veränderte sich, es wurden gelb und golden und beleuchtete die Bergkette, in der sich der Machha Puchhre (fish tale mountain) befindet. Dies ist ein Berg, der die Form eines Fischschwanzes hat, jenachdem, von welcher Perspektive man ihn anschaut. Die Berghänge wurden auch langsam beleuchtet. Diese lagen zuvor shroff und steil im Schatten. Also ein herrlicher Anblick!
Wir sangen noch ein Paar Lieder und machten uns dann, nach vielen Photos selbstverständlich, auf den Abstieg und, tranken, wie könnte es nicht anders sein, Milchtee (duth chiya) in einem kleinen Kaffee. Danach ging es weiter zu einem budhistischen Tempel, auch ein sehr schöner Ort mit vielen Blumen, Gebetsmühlen und sehr friedlich.
Doch es war bereits gegen 10 Uhr und der Hunger begann uns zum Frühstück zu mahnen. So genossen wir ein reichliches indisch-nepalesisches Frühstück (Samosa Chana, RoTi Tarkari etc.) und gingen danach zum See, der direkt in Pokhara liegt. Dort mieteten wir ein Tretboot und vergnügten uns eine Stunde lang auf dem See. Das Treten war allerdings sehr anstrengend, doch wir sangen Lieder, machten Bilder und lachten viel.
Ziemlich müde von der Anstrengung verabschiedeten wir den einen Arbeitskollegen und seinen Freund, die nach Palpa weiterfuhren. Eine andere Arbeitskollegin von Tabea und eine ihrer Freundinnen, die Rezeptionistin des Hotels Asia, die uns den super Preis ausgehandelt hatte, machten sich auf den Weg mit uns zu einem weiteren See. Dabei benutzten wir den lokalen Bus, ein tolles Vergnügen! Am See allerdings ruhten wir bloss aus und taten ansonsten nicht viel. Das Wasser sah etwas aus wie jenes des Vierwaldstättersees! Grün-bläulich:-).
Erschöpft kehrten wir ins Hotel zurück. Es war ein langer Tag gewesen, doch er ging noch weiter! Um 20 Uhr waren wir zu "life music" verabredet mit den selben beiden Frauen, die uns zum See mitgenommen hatten. Asmita und ich gingen daalbhaat essen, da wir doch wieder etwas hungrig waren, trotz des reichlichen Frühstücks:-).
Das Konzert war schön, doch wir waren alle müde, da seit 5 Uhr unterwegs! So verabschiedeten wir uns nach einer Stunde wieder und gingen (Asmita, Tabea und ich) zum Hotel zurück, glücklich und singend:-).
Wir sangen "bistare, bistare" von Rohed Chhetri, ein sehr schönes Lied!
Am nächsten Tag reisten Asmita und ich nach Kathmandu zurück, beide nicht sehr fit, denn ihr war es schlecht und ich hatte einen komischen Magen seit dem Tretboot fahren. Zudem zog sich die Fahrt über 12 h in die Länge! Nun, wir erreichten Kathmandu gegen 19 Uhr abends und bekamen mit Mühe und Not noch ein Taxi.
Am Dienstag, 26. Sept, erledigten wir noch letzte Formalitäten im Büro, bevor wir mit einem herzlichen "Goodbye" von den noch anwesenden Helvetasmitarbeitenden verabschiedet wurden! Mit Pashmina Schal und Blumen!.
Gestern, 27. September, machten Tabea und ich letzte Einkäufe und am Nachmittag besuchten wir alle 3 Sristi K.C., Gründerin der Organisation "blindrocks". Es war ein sehr schönes und herzliches Treffen! Wir hatten uns alle viel zu erzählen, die Zeit ging viel zu schnell vorbei und wir benutzten lokale Transportmittel (klapprige Busse), die über die Strassen Kathmandus holpern:-). Zumindest die weiss-blauen Busse sind also ziemliche Klapperkisten! Die anderen kleinen Busse sind recht konfortabel.
Nun, heute, sind wir alle etwas schwermütig, denn der Abschied naht! Es ist nun gegen 13 h Ortszeit und wir werden gegen 14 h zum Flughafen fahren, um Bahini Asmita zu verabschieden. Unser Flug (Tabeas und miener) wird erst um 11 h abends gehen! What a long waiting time!
Dies ist's nun von Nepal gewesen, für eine Weile! Ich gehe wieder und freu mich schon drauf! Es war eine Zeit voller Abenteuer, Emotionen, lehrreichen Erfahrungen und vielen schönen Begegnungen, die ich nie vergessen werde!
Dhayaad sabailaai! Ani, pheri bhetaula.
Namaste.
Donnerstag, 28. September 2017
Donnerstag, 21. September 2017
Adieu Dailekh, Hallo Kathmandu
Es sind wieder 2 Wochen vergangen, 2 sehr ereignisreiche Wochen.
Am 7. September machten Asmita und ich uns nochmals auf den Weg, um einige letzte Informationen für die Bachelorarbeit zu sammeln. Die Berechnung der ökonomischen Kosten, die ich durchführen soll, hat sich geändert. So war es nötig, einige zusätzliche Informationen von den collectors in Dailekh zusammen zu suchen. Glücklicherweise waren die Informationen sehr einfach zu beschaffen.
Zudem war in Dailekh im Büro dicke Luft. Es hatte einige Missstimmung gegeben, da sich irgendwie das Datumformat beim Ausdrucken auf einem anderen Laptop bei der einen Cheffin änderte. Die hatte das gar nicht gern und es kam leider zu relativ lauten Auseinandersetzungen. Ausserdem erfur ich, dass über mich geredet wurde und zwar Dinge, die man mir gleich hätte sagen können, anstelle Bahini das alles anhören zu lassen. Nun ja, Kinderkram, oder eben auch nicht, Kommunikationsprobleme, die es gibt oder kulturell bedingt sind, ich weiss es nicht. Nun, die Atmosphäre im Büro war geladen und nicht sehr lustig. Unter diesen Bedingungen (Gereiztheit der einen Cheffin, das Wissen, das hinter meinem Rückem gemeckert wurde, ohne es mir direkt zu sagen etc.) war das Vorbereiten der Abschlusspräsentation nicht gerade ein Vergnügen. Doch der Freitag kam, 8. Sept. und die Präsentationszeit rückte näher. Sie war auf den Nachmittag angesetzt. Doch, ich wusste nicht, dass wir im Büro keinen Projektor für die PowerPoint hatten. Als ich danach fragte hiess es, "Heute haben alle Büros geschlossen, die einen Projektor haben." Schlussendlich konnte unser Cluster Coordinator doch noch einen auftreiben und die Präsentation konnte beginnen.
Allerdings war ich nicht sehr zufrieden mit dem Ganzen, schon deshalb, weil während der Präsentation dauernd reingeredet wurde und wegen Grammatikfehlern, die wegen der Eile passierten und der nicht allzu strukturierten Weise kritisiert wurde. Gut, mit solcher Kritik ist umzugehen, aber die könnte auch am Ende der Präsentation angebracht werden. Das Ganze zog sich dann während 2 Stunden hin und das Feedback am Schluss war dementsprechend.
Ich weiss, dass es nicht die beste Präsentation war, doch wenig Zeit, administrative Kleinigkeiten und die ganze Diskussion um eben Kleinigkeiten, die der einen Verantwortlichen nicht sehr passten, machten es nicht einfach, eine "top Präsentation" zu verfassen.
Freitagabend dann, nach der Präsentation, war es aus mit aller Beherrschung. Beim Abendessen entbrannte ein heftiger Streit, der sich bis zum nächsten Morgen hinziehen sollte. Es klang so, als müsste lang angestaute Frustration losgelassen werden. Anschuldigungen wurden laut, die nicht wirklich Sinn ergaben und allen die Lust zum Essen verdarben. Sie waren alle gegen Bahini gerichtet. So zogen wir uns schnell ins Zimmer zurück, packten unsere Sachen fertig und verliessen am 9. September, früh morgens Dailekh, leider, ohne eine richtige Aussprache. Der Streit ging weiter und es wurde leider kein Punkt gemacht.
So verliessen wir eher traurig Dailekh, doch auch froh, diesem Ort den Rücken kehren zu können, der uns leider nicht sehr gastfreundlich entlassen hatte.
Nach einem Tee und Kichererbsensuppe in Guranshe hielten wir noc kurz in Surkhet, um Asmitas Mutter, von meiner Seite, auf Wiedersehen (pheri bhetaula" zu sagen und ein letztes Mal ire Kochkunst zu geniessen (korela-aaluko achar, simiko daal und pharsiko munta) =Korela-Kartoffel Achar, Bohnen Daal und gekochte Kürbisblätter.
Der Flug in Nepalgunj hatte natürlich Verspätung und so erreichten wir erst um 18 h unser Guesthouse in Kathmandu.
Nach einem ruhigen Sonntag verbrachten wir die Tage im Büro von Helvetas, ich schrieb weiter an der Arbeit und bereitete die Präsentation fürs Food Security und Nutrition Team vor. Die Abende allerdings waren sehr schön. Wir trafen uns mit einem Freund von Asmita, assen Momos oder gingen nach dem Essen spazieren oder Kaffee trinken. Das Wetter war schön und wir genossen die Abende zusammen. An Dailekh dachten wir wehmütig zurück, da es keine wirkliche Aussprache gegeben hatte. Nun, wir werden es so belassen müssen.
Ach und übrigens, in Jhamsikhel (Stadtteil von Lalitpur, nahe Kathmandu) entdeckten wir ein gutes Kaffee und eine German Bakery, die wir des Öffteren besuchen:-). Auch Tabea, die in Okhaldhunga Distrikt ihr Praktikum gemacht hat, ist nun in Kathmandu.
Vergangenen Montag, 18. Sept und 20. Sept. hatten wir beide unser Debriefing bei Helvetas, welches gut über die Bühne ging. Nun haben wir etwas Ferien, es ist bereits die letzte Woche! Bevor es zurück in die Schweiz geht.
Heute besuchten Tabea und ich den Durbar Square in Kathmandu. Es ist ein Platz, der von vielen Tempeln umgeben ist, die für ihre schönen Holzschnitzereien bekannt sind. Die Nevari, eine ethnische Gruppe in Nepal, sind berühmte Holzschnitzer und bekannt für ire Holzschnitzereien von Fenstern und Tempelsäulen. Wir besuchten auch das Kumari Ghar (Kumarihaus), das Haus, in dem die Kumari, eine Reinkarnation jener gleichnahmigen Göttin, gewohnt hat. Allerdings ist der ganze Platz sehr stark vom Erdbeben 2015 beschädigt worden, was v.a. daran erkannt wird, dass die Häuser teils mit Holzbalken abgestützt sind bzw. die Aussenmauern der Häuser. Ein Tempel ist fast ganz eingestürzt, Schutt und Gesteinsbrocken waren zu sehen. Es war früh morgens (gegen 9 Uhr) und so hatte es nicht viele Leute.
Wir genehmigten uns einen guten Kaffee und fuhren danach zurück ins Guesthouse.
In den nächsten Tagen werden Asmita, Tabea und ich in Pokhara weilen! Ich freu mich drauf.
Mittwoch, 6. September 2017
Dailekh zum Schluss nochmals abwechslungsreich
Entschuldigt mein langes Schweigen! Es wäre ja nicht so gewesen, dass ich keinen Internetzugang gehabt hätte, doch war rundherum viel los, was mich vom Schreiben abhilet.
Erste Augustwoche in Dailekh (01. August bis 08. August):
Nun, wir kehrten über Nepalgunj wieder nach Dailekh zurück, wo es ans Auswerten der vielen Interviews ging. Die Tage verbrachten wir, wie üblich, im Büro mit diktieren, Zahlen und weitere Daten eintragen etc. Das Ganze wurde von wenigen Spaziergängen begleitet, doch ich habe eine Art gefunden, dass mir nicht "die Decke über dem Kopf zusammenbricht".
Super sind Bücher, die man schon kennt, die man aber lange nicht mehr gelesen hat, so zum Beispiel Harry Potter. So verbrachte ich die Abende vielfach mit Hörbuch-hören:-).
Personell war es auch nicht gerade langweilig, da meine Assistentin, mittlerweile schon lange "Bahini" =kleine Schwester, eine Auseinandersetzung hatten. Es musste einfach mal alles raus, ws lange nicht gesagt wurde. Gut, wir lernten beide daraus und zwischendurch mal streiten ist ja auch gar nicht so schlecht :;)
In der zweiten Augustwoche (8. bis 15. August) waren wir wieder einmal auf den holprigen Strassen Dailekhs unterwegs, um die hoffentlich allerletzten Interviews für die Arbeit durchzuführen. Zuguterletzt holperten wir mehr, als wir fuhren nach Naumule (Neunquellen), um ein Interview mit einem Collector zu machen.
Hui, war das abenteuerlich! Die Strasse ging durch den Wald und war vom Monsunregen ziemlich aufgeweicht. Der Wagen hoppste über Schlaglöcher, fuhr schräg am etwas abgeglittenen Hang entlang und durch kleine Flüsse. Wir erreichten Naumule ohne Panne und ohne weitere Schwierigkeiten und hatten das Interview nach 45 Minuten "im Kasten" / auf Papier.
Wieder zurück in Dailekh, waren wir zu nichts mehr zu gebrauchen - wir waren völlig "durchgeschüttelt"! Die Interviews in 3 anderen Dörfern erwiesen sich aufgrund der besseren Strasse (Highway) als "gemütliche Fahrt".
Die dritte Augustwoche ist schnell erzählt, beinhaltete sich doch nicht viel Weiteres als Schreibarbeiten und organisieren.
Doch nebenbei war in Dailekh noch allerhand los. Es war die Zeit von "Teej", einem Fest, das v.a. die Frauen in Nepal feiern. Sie tragen ihre schönsten Kleider und schweren Goldschmuck, treffen sich und tanzen und singen gemeinsam. Ursprünglich teilten sie so ihre Sorgen und Freuden. Heute kommen auch Männer, um zu zuschauen. Eine recht fröhliche Angelegenheit!
Im Vorfeld des Festes wurde im August jeden Abend auf der Strasse, die durch Dailekh führt, getanzt. Auch einige aus unserem Büro gingen an diese Tanzabende. Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich und die Musik, sehr schnell und rhytmisch, regte zum Tanzen nur so an.
Zudem war in der ersten Augustwoche eine Mondfinsternis, die hier in Nepal mit viel Gebeten gefeiert wird, v.a. nachts. Da in unserem Haus, wo wir übernachten, eine Frau wohnt (die Vermieterin des Zimmers), die eine Art Priesterin ist oder "knowing Lady", wie sie genannt wird, war in der Nacht der Mondfinsternis nicht wirklich an Schlaf zu denken. Zu alledem, muss ich leider sagen, war der Gesang ziemlich "falsch". Nun ja, ich verbrachte 1 oder 2 Nächte mit wenig Schlaf:-).
Am Ende der 3. Augustwoche (17. bis 23. August) bereiteten wir unseren Aufenthalt in Nepalgunj vor, wo wir ein letztes Interview mit dem Landwirtschaftsbüro (DADO) durchführen würden. Wieviele Male habe ich schon "letztes Interview" geschrieben? Ja, Überraschungen kommen immer zuguterletzt.
Nun, wir fuhren am 25. August nach Nepalgunj, feucht und heiss dort wie immer, und wohnten wieder im selben Zimmer im Kalpatru Hotel. Das Interview verlief gut und zur Feier des Tages machten wir einen kleinen Einkaufsbummel in Nepalgunj und tranken Kaffee und assen Kuchen:-). ja mei, das ist herrlich!
Danach, am 29. August, fuhren wir nach Surkhet zurück, wo wir 4 Tage in Asmitas Zuhause verbrachten, bei sehr leckerem Essen, viel Schreiben und ansonsten einfach "gemütlichen Beisammensein". Die Zeit verging schnell und vergangenen Sonntag, 3. September, kehrten wir nach Dailekh zurück.
Nun steht v.a. das Schreiben noch mehr im Vordergrund, da ich den kommenden Freitag erste Resultate präsentieren muss / darf.
Gestern allerdings machten wir einen kleinen Ausflug zum Bellaspurtempel, der etwa 30 min zu Fuss vom Büro liegt. Herlich! Wir brachen um 6:30 h auf, ohne etwas gegessen zu haben, denn, wenn man in den Tempel geht, muss man nüchtern sein. Debu, unsere Köchin / Büroassistentin, kaufte einen Bhaale (lokaler Hahn) und trug ihn zum Tempel. Ich fragte, was sie mit dem ganzen Hahn machen würden. Sie schneiden ihm den Kopf ab und opfern das Blut dem dortigen Gott. Den Rest, das Fleisch, wird unter die Priester oder andere Leute verteilt.
Amkommenden Samstag, 9. Sept. werden Asmita und ich Dailekh verlassen und nach Kathmandu reisen. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Male in solch kurzer Zeit ein Flugzeug benutzt. Doch es ist als sehr konfortables Transportmittel sehr schätzenswert hier!
Der Monat des Abschieds hat begonnen. Etwas wehmütig ist mir schon zumute, trotzdem freue ich mich auf die Heimkehr. Der Bahini allerdings Adieu zu sagen, wird schwer... Nun wollen wir die letzten 3 Wochen noch zusammen geniessen, eine davon in den "Ferien" in Pokhara, den Rest davon in Kathmandu, wo ich noch eine Abschlusspräsentation halten "darf", bevor es zurück in die Schweiz geht.
work and experiences in Nepal: Arbeit in Kathmandu
work and experiences in Nepal: Arbeit in Kathmandu: In Kathmandu verbrachte ich etwas mehr als eine Woche, vom 20. Juli bis zum 29. Juli. Der Grund für diesen Aufenthalt war die Verlängerung m...
Mittwoch, 2. August 2017
Arbeit in Kathmandu
In Kathmandu verbrachte ich etwas mehr als eine Woche, vom 20. Juli bis zum 29. Juli.
Der Grund für diesen Aufenthalt war die Verlängerung meines Touristenvisas. Dies verband ich allerdings zusätzlich mit einigen anderen Dingen.
So wurde im Helvetasbüro die aktuelle Lage (der aktuelle Stand) der Arbeit besprochen und weiter geplant. Allerdings umfasste diese Angelegenheit nur 2 Tage. 2 weitere Tage lag ich flach im Bett, da ich mir eine Magenverstimmung eingefangen hatte (diesmal keine Ahnung wovon) und ein dritter Tag wurde für die Erholung benötigt.
Dann war da noch das Wochenende vom 22. und 23. Juli, welches wir (meine Mitstudentin Tabea, Asmita und ich) für die Erkundung von Kathmandu nutzten.
Wir verbrachten unseren Aufenthalt im Dev Guesthaus im Jhamsikhel, einer aufstrebenden Touristengegend von Kathmandu. Allerdings ist dies nicht Downtown Kathmandu, sondern Lalitpur. Es gibt allerlei Kaffees und Bäckereien! Oh, wie lecker war dann der erste "richtige" Espresso des Himalayan Java Cafés, den ich zusammen mit einem Schokomuffin genoss:-).
Am Sonntag, 23. Juli, besuchten Tabea und ich das Theater von Yubaraj Dai (Shilpee Theatre) und verbrachten 2 sehr interessante Stunden mit der Theaterbesichtigung und einem langen Gespräch beim Tee.
Das Theater ist ziemlich zentral in Kathmandu, sehr bunt gestaltet und beherbergt 200 Sitzplätze. Die Bühne ist ebenerdig, nur ein kleines Podest ist vorhanden, um die Kulisse zu variieren. 5 Seiteneingänge führen jeweils links und rechts von der Bühne ab.
Oberhalb des Theaters befinden sich ein Büro, eine kleine Bibliothek, eine kleine Küche sowie ein kleines "Hosten =Internat" für Vollzeittheaterstudenten. Das Theater bietet 3-monatige Kurse an und auch Vollzeitausbildungen, unter Anderem auch teils mit internationalen Studenten etc.
Am Samstag, 29. Juli flogen Asmita und ich ins feuchte Nepalgunj zurück, Tabea war bereits 2 Tage zuvor nach Okhaldhunga zurückgereist.
Soviel zu dieser Woche.
Sonntag, 23. Juli 2017
Die Reise auf der Spur der Sojabohnen und der Linsen geht weiter
Liebe Leserinnen
Ich hab mich wegen vielem Unterwegssein und viel Erlebtem in letzter Zeit nicht gemeldet, maf garnu hola.
Woche vom 4. Juli bis zum 10 Juli
Aufbruch von Dailekh. Wir hatten die Farmerinterviews im Distrikt Dailekh beendet und wandten uns nun den Händlern und Verarbeitern von Sojabohnen zu. Dies hiess, dass wir in südlicher Richtung nach Surkhet aufbrachen.
Surkhet ist ein weiterer Distrikt, der vor allem als Umschlagplatz von Waren zwischen Hügel und Tarai dient. Asmita und ich verbrachten eine Woche in Surkhet, um mit Händlern von Sojabohnen Interviews zu machen.
Bevor wir jedoch am 4. Juli von Dailekh aufbrachen, galt es, sämtliche Interviewpapers auszudrucken, die richtige Anzahl zu berechnen und sicherzustellen, das ja die richtige Version der Interviews auf Papier gedruckt wurde. Leider unterliefen da einige Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Sei das Kommunikationswegen oder irgendwie, ich weiss nicht, wie dieser Fehler unterlaufen ist. Naja, dazu später noch mehr.
Wir brachen also mit Sack und Pack nach Surkhet auf und erkundigten uns auf dem Weg in Godabas und Taal Pokhari, 2 Orten, wo die Bauern Sojabohnen hinliefern, sowie in Chupra nach Händlern von Sojabohnen in Surkhet. Die Händler in Dailekh, die wir fragten, werden auch als "Collectors" bezeichnet.
Wir erhielten einige Adressen und fuhren weiter.
In Guranse hielten wir, wie üblich, für unseren nun bekannten duthko chiya (Milchtee). Danach kamen wir hungrig in Asmitas Haus an, wo ihre Mutter bereits mit dem Mittagessen auf uns wartete.
Der Nachmittag und die ganze Woche gestalteten sich eher von der gemütlichen Seite. Dies, weil wir nicht viele Interviews pro Tag machten, nur 1 oder 2, und des Weiteren deswegen, weil Asmita auch etwas Pause brauchte / forderte.
Nun gut, das gönnte mir auch eine Pause. Hiess aber auch, etwas Bewegungsmangel in Kauf nehmen. Doch den konnte ich mittlerweile gut ausgleichen, indem ich morgens halt etwas früher aufstand und unsere Yogaübungen auf kleinstem Raum praktizierte, die wir zusammen im Office in Dailekh jeweils machten.
Das Essen war immer hervorragend und ich kam in den Genuss Schwämme (Patteaula) zu kosten. Es sind pilzförmige Dinger, die im Sclamm im Wald wachsen. Das Deutsche Wort kommt mir nur als "Schwämme), laut der botanischen Bezeichnung, in den Sinn.
Zudem erfuhr ich das erste Mal die Einschränkungen eines Mädchens / einer Frau, wenn sie in ihrer "unreinen Phase" ist, bzw. ihre Tage hat. Da ich mit Asmita im selben Zimmer schlief, wurde auch ich als "unberührbar" angesehen und wir durften die ersten 3 Tage nicht in die Küche und nicht ins Wohnzimmer, da dort der Altar des Hauses steht. Glücklicherweise gibt es ein Ritual "sunpaani", welches eine Frau, die nicht in ihrer "unreinen Phase ist" vom "Unberührbarsein" befreit. D.h. nach dem Sunpaani durfte ich in die Küche gehen und dort essen. Asmita musste an der Küchentüre sitzenbleiben, ihr Geschirr selbst abwaschen und wir bekamen auch nicht sehr schönes Geschirr, da wir ja nicht ganz rein waren. Zudem wird das ganze Bett gewechselt, d.h. Mattraze und Decken werden aus dem Zimmer entfernt. Eigentlich hätten wir sogar auf dem Boden schlafen müssen, doch die Enge des Zimmers und Insekten verhinderten dies.
Nun, eine sehr interessante Erfahrung. Am 5. Tag war dann alles wieder normal.
Nach Händlerinterviews und einer gemütlichen Woche ging es am 10. Juli nach Nepalgunj, südlich von Surkhet.
Woche vom 10. Juli bis 18. Juli:
Wir brachen an einem regnerischen Morgen um 6 Uhr früh nach Nepalgunj auf, doch erst gab es eine Tasse Tee.
Als wir in Richtung Tarai fuhren, durch einen Wald hindurch, der zum Bardiya Nationalpark gehört, wurde das Wetter immer warmer und feuchter. In Nepalgunj regnete es in Strömen.
Wir quartierten uns in einem Hotel ein, welches von unserer Adminassistentin in Dailekh arrangiert worden war (Kalpatru). Ein sehr nobles Hotel, nach dem einfachen Landleben, AC im Zimmer und westliche Toiletten.
Es war sehr feucht und heiss, was mein Laptop nicht sehr gern mochte. Er entschied sich, nicht aufstarten zu wollen. Oh schreck! Ich hatte meinen zweiten Ersatzlaptop in Surkhet gelassen. Was tun? Einige Telefone hin und her und der Laptop würde sich am 11. Juli auf dem Weg nach Nepalgunj befinden. Problem solved.
Im Hotel trafen wir auch den Mitarbeiter von Helvetas, der uns diese Woche im Banke Distrikt begleiten sollte. Wir besprachen die Anzahl Interviews mit Händlern, Farmern und Verarbeitern und danach gingen wir Mittagessen. Es gab Daalbhaat, jedoch recht ölig und nicht wirkich gut. Danach verbrachten wir einen gemütlichen Nachmittag im Hotel, wo ich mich eben um das erwähnte Laptopproblem kümmerte un so ging der Nachmittag sehr schnell vorbei.
Am Abend trafen wir unseren Begleiter wieder. Er hatte gute Neuigkeiten für den nächsten Tag. Wir würden Interviews mit Verarbeitern und einem Bauern, sowie mit Händlern machen, grossartig!
Wir gingen zum Abendessen aus, da das Hotel von den Preisen her zu teuer war. Im Restaurant Sidharth bestellten Asmita und ich Momos mit Ziegenfleischfüllung, unser Begleiter und der Fahrer RoTi mit tarkari und daal. Die Momos waren leider nicht sehr lecker, das Fleisch zäh und das Ajar nicht sehr schmackhaft. Da hatten die Männer mit Roti eher Glück.
Als wir ins Hotel zurückkehrten, sprach uns die Rezeptionistin an. Eine Person wünsche mich und Asmita zu sprechen. Es sei ein Theaterautor, der in diesem Hotel einen Theaterworkshop gebe.
Aha, Theaterworkshop! Bereits am Nachmittag hatten Asmita und ich etwas komische Geräusche wie "uuu und aaah" gehört und uns gefragt, was denn los sei. Ich hatte die Vermutung, es klinge nach Theatersprechübungen, doch sicher war ich nicht. Somit hatte ich die Bestätigung.
Wir setzten uns also mit Hari, unserem Begleiter in die Hotellobby und warteten. Ich war neurierig, was für ein Mensch das wohl sein könnte.
Ein Mann kam durch die Halle auf uns zu und grüsste uns mit einem verhaltenen "Namasté". Er setzte sich zwischen Hari und mich und beann erst auf Nepali zu sprechen. Dann wechselte er auf Englisch. Hari stellte sich und den Grund, weshalb wir hier waren vor. Der Theaterautor stellte sich nun seinerseits vor. Sein Name ist Yubaraj Ghimire.
Die Konversation nahm plötzlich eine sehr herzliche Wendung und die anfängliche Spannung war verflogen. Er erzählte uns, dass er Theaterautor sei und Geschichten von reisenden Leuten sammle und deren Erfahrungen in seine Theaterstücke einfliessen lasse.
Danach fragte er mich, wer ich sei, woher ich käme, was ich in Nepal mache, wie ich auf Nepal gekommen sei und wie ich die ganze Kultur, die Umwelt und die Menschen als nichtsehende Person bis jetzt erlebt hatte. Naja, eine lange Geschichte, die ich hier nicht wiedergeben werde.
Er sass neben mir, mit Notizbuch und Stift und notierte sich fleissig. Auch Asmita beteiligte sich lebhaft am Gespräch und es wurde mehr ein sich-austauschen und Kennenlernen, denn eine Art Interview. Wir gingen eine Stunde später auseinander, als gute Freunde und mit der Einladung, an seinem Workshop am Morgen in der exercise class teilzunehmen und so oft reinzuschauen, wie wir wollten.
Ja mei, das war ja vielleicht eine Begegnung. Ein sehr interessanter und weitdenkender Mensch. Wer mehr wissen will, der kann auf
www.shilpee.org
mehr erfahren.
Am folgenden Tag begannen die Interviews, bei über 30 Grad C +und Feuchtigkeit! Es war anstrengend, doch sehr informativ. Die Leute, die wir interviewten waren von verschiedenen sozialen Hintergründen, von Indischen Einwanderern, Madeshi genannt, bis zu einheimischen Taraibewohnern, die zur Minderheit der Tharuvolksgruppe gehören. Die Hügelbewohner haben sehr grosse Vorurteile den Madeshi gegenüber. Sie werden als unhöflich und grob bezeichnet. Unhöflich habe ich sie nicht erlebt, doch sehr direkt und etwas unruhiger als die Hügelbewohner, nicht so gemütliche Leute wie in den Hügeln. Es war natürlich auch wieder Reispflanzzeit und die Farmer waren sehr beschäftigt. Wir schafften es jedoch, die benötigte Anzahl von Interviews zusammenzukriegen. Hari half kräftig mit und so ging das Ganze ziemlich flott voran.
Interviews mit Händlern und 2 bis 6 Verarbeitern wechselten sich mit Farmerinterviews ab. Einmal waren wir bei einem Händler, der die Linsen einfach in einem Schopf gelagert hatte. Ein riesen Berg von Linsen lag auf dem Boden, Staub und Insekten völlig ausgesetzt. Naja, dachte ich mir, nicht sehr hygienisch. Anyway.
Ein weiteres Abenteuer erwartete uns, als wir in ein recht abgelegenes Bauerndorf fuhren. Es hatte in der Nacht in den Hügeln geregnet und wir mussten durch sandiges Schwemmland in dieses Dorf gelangen. Ein gut ausgebauter National Highway brachte uns relativ zügig von Nepalgunj gegen Osten. Irgendwann zweigten wir rechts ab und überquerten auf einer grossen Brücke den Rapti River. Danach lag weites, flaches sandiges Schwemmland vor uns. Reisfelder, teils bepflanzt, teils noch nicht, lagen da. Wir näherten uns einem Wasserlauf, der wegen des nächtlichen Regens einen höheren Wasserspiegel hatte, als üblicherweise. Der Fahrer fuhr vorsichtig an und es ging durch den Fluss, bessergesagt, bis in die Mitte. Kein Vorwärtskommen und Rückwärtskommen mehr, das Wasser stand bis fast zum Wageneinstieg hoch. Was tun?
Glücklicherweise gibt's im Tarai viele Traktoren! Ein Traktor war nach etwa einer Stunde organisiert, der uns herauszog. Asmita und ich nutzten die Gelegenheit, einen kleinen Ausflug durch den Fluss (meist Brackiges Lehmwasser) und auf das sandige Schwemmland zu machen. Die Mittagssonne brannte heiss, doch das ist hier üblich.
Schlussendlich ging die Fahrt weiter und wir erreichten das Dorf Rapti Sunari am frühen Nachmittag.
übringens gibt's in Nepalgunj sehr gute Momos im "Hamro Momo" Shop. Und auch eine Bäckerei war zu finden!
Es war eine sehr gute Woche, voll von Interviews, schönen Begegnungen mit einem Theatermenschen, einem sehr freundlichen Schuhverkäufer, der mich zu einem Lied auf Nepali aufforderte, Begegnungen mit den Tharumenschen, schweigsamen und eher gesprächigen Bauern, dem grössten Soja- und Linsenverarbeiter von Nepal, der die Firma Bühler in Uzwil kennt und einer Fahrt mit einer Veloriksha.
Die Woche endete mit einem letzten gemeinsamen Abendessen mit Yubaraj Dai und einer Kurzeschichte von ihm, die ich später erählen werde.
Und noch wegen dem anfänglich erwähnten Fehler: Ja, beim Führen der Fokusgruppendiskussion erfuhr ich, dass nicht die richtigen Papers ausgedruckt worden waren, obwohl ich mich ettliche Male versicher hat hatte. Nun denn, irgendwie konnte die Diskussion zu Ende geführt werden. Allerdings war ich etwas enttäuscht. Hatte ich doch Asmita gebeten, die ausgedruckten Dokumente nochmals kurz durchzugehen, als wir in Dailekh waren. Nun, solche Fehler können unterlaufen, sind allerdings aber doch ärgerlich.
Montag, 3. Juli 2017
Allerlei Erlebnisse - von Kulinarik bis Management
Na, dieser Titel lässt ja einiges an Erlebnissen erwarten. Und, in der Tat war letzte Woche vieles los.
Kulinarisches:
Die letzte Woche war deshalb besonders, da es allerlei Leckereien aus der nepalesischen Küche gab, mit dem Resultat einer Magenverstimmung meinerseits das vergangene Wochenende! Aber, nicht so schlimm, habe mich wieder erholt.
Der Trick war: Viel trinken, Fencheltee (von der Schweiz mitgenommen, zum Glück) und Jhaalo (oder so ähnlich), ein Brei aus Mungbohnen, Reis, Kartoffeln und etwas Spinatähnlichen Blättern. Dieser Brei ist sehr leicht verdaulich und hat wirklich geholfen.
Begonnen hat die vergangene Woche aber mit gebratenem Huhn am Sonntag, 24. Juni. Danach, am Dienstag, 26. Juni, gab es Suppenhuhn (local bhaale =Hahn). Das ging so vor sich:
Am 26. Juni fuhren Asmita und ich nach Rittha, wo wir die erste Interviewsession gemacht hatten, um ein Follow-up (Fragen, die später erst auftauchen) durchzuführen. Leider waren die Frauen, die wir gesucht hätten, grösstenteils nicht anwesend. So mussten wir uns mit deren 3 begnügen. Dann hatten wir vom Office den Auftrag erhalten, Bhaale mitzubringen.
Unser erster Interviewpartner liess es sich nicht nehmen, uns zu begleiten und bei verschiedenen Häusern, die lokale Hühner hielten, nachzufragen, ob sie uns einen local bhaale verkaufen würden. Und wir wurden auch schnell fündig. Die Frau, die er angesprochen hatte, suchte uns einen jungen Hahn aus. Lokale Bhaale sind rot-schwarz gefiedert und haben einen roten Kamm.
Der Bhaale wurde mit viel Zureden gefangen und von unserem Fahrer ins Auto getragen. Dort hockte er, gackerte ab und zu, verhielt sich aber ruhig.
Wir beendeten unser Follow-up und kehrten hungrig nach Dailekh zurück.
Des Abends, gegen 17 Uhr, der Bhaale hockte mitlerweile in einer Kiste und hatte die Füsse zusammengebunden, nahm unsere Köchen den Hahn zu sich, ein grosses Messer neben sich. Wir "verabschiedeten" uns vom Hahn und nach einem Schlag auf den Kopf, der den Bhaale bewusstlos machte, ging alles ganz schnell. Danach folgte überbrühen, rupfen, ausnehmen, zerteilen etc.
Ja, schon etwas komisch, das Suppenhuhn lebendig gesehen zu haben. Es verschafft aber einem einen anderen Zugang zum Fleisch-Essen, so hatte ich zumindest den Eindruck.
Am Mittwoch gab es Ziegenfleisch, ebenfalls in einer Suppe gekocht. Die Ziege war aber bereits vorher geschlachtet worden.
Gekrönt wurde diese Woche von der kulinarischen Seite her mit Ghee-reis. Reis, der gekocht und in Ghee (eine Art Butter) gebraten wird, mit Kümmel, Zwiebeln etc. Naja, das war aber zu fettig, mein Magen freute es gar nicht.
Nach einer nicht sehr schlafreichen Nacht schien sich das Ganze wieder etwas beruhigt zu haben.
Wanderung in den Midhills Nepals!
Am Freitag, 30. Juni fuhren Asmita und ich wiederum los, diesmal nach Aturali, wo wir ebenfalls ein folow-up derselben Fokusgruppendiskussion machen sollten, die wir in Rittha durchgeführt hatten.
Die Nacht zuvor hatte es aber heftig geregnet und wir wussten nicht, ob wir bis Aturali durchkommen würden, da die Strassen in immer schlechterem Zustand waren und von Erdrutschen bedroht wurden.
Nun, um 6 Uhr morgens ging die Fahrt bei sonnigem Wetter los. Wir kamen bis knapp nach Aturali. Die Strasse wurde vor einem kleinen Erdrutsch nicht mehr passierbar. Unser Fahrer hatte aber grossartiges geleistet! Alle Achtung, hier ist ein Fahrzeug lenken wirklich eine Kunst.
Wir stiegen aus und hatten nur einige Kekse gefrühstückt. Egal, das Wandern ging los!
Zu Fuss kamen wir gut voran, auch wenn Asmita sich das Gehen in solchem Gelände überhaupt nicht gewohnt ist. Wir stiegen die Strasse hinauf (den Schotterweg bessergesagt), zwischen Maisfeldern hindurch. Zwischen den Maispflanzen wird ladyfingers (Okra), Kürbis, Gurken und Sojabohnen am Rande angepflanzt. Die Strasse wandt sich serpentinenförmig den Hang hinauf, die Grillen veranstalteten ihr Morgenkonzert und ein Specht, der anders klingt als in der Schweiz, begleiteten unseren "Spaziergang / unsere kleine Wanderung).
Es war 7:30 Uhr, doch bereits sehr drückend und schwühl. Mir war es egal, ich freute mich zu sehr, wiedermal in solchem Gelände unterwegs zu sein:-).
Nach einem abenteuerlichen Aufstieg zwischen Maisfeldern hindurch, schlipfrige Erdstufen hinauf, erreichten wir das Bauernhaus, bei welchem wir die Woche zuvor so gastfreundlich empfangen worden waren. Allerdings war hier niemand zu sehen. Der Farmer hatte am Telefon, so Asmita, sehr unhöflich geklungen und nicht sehr erfreut, versprach aber, da zu sein.
Er war nicht da und jetzt? Wir stiegen ein Stück weit den Weg hinunter, den wir gekommen waren, und fanden einen anderen Farmer, den wir interviewt hatten. Er musste, wohl oder übel, als Repräsentant des ganzen Dorfes hinhalten, da alle anderen bei der Reispflanzung waren.
Nach 30 min hatten wir auch diese Interviewserie volendet und nun sind die Interviews in Dailekh abgeschlossen!
Gemeinsam mit zwei anderen Nepalesen (einer Frau und einem Mann), machten wir uns auf den Rückweg. Der eine Nepalese, der uns begleitete, fanden wir heraus, kommt aus Humla, einer Region im Nordwesten Nepals, an Tibet grenzend.
Wer übrigens mal was über ein spannendes Schulprojekt in Humla lesen will, dem empfehle ich auf:
www.headnepal.org
nachzuforschen :-)
Wir erreichten unser Auto und fuhren hungrig nach Dailekh zurück. Auf der Fahrt erhielt ich ein Telefonat von unserem Koordinator in Banke, der unsere Arbeit dort begleiten wird.
Planänderung in Kürze:
Es war geplant, am 5. Juli nach Banke zu fahren, um mit den Interviews mit den Linsen-Farmern zu beginnen. Unser Field Begleiter kann allerdings erst am 10. Juli. Ich hatte keine Lust, eine weitere Woche in Dailekh zu vertrödeln und entschied kurzerhand, die Trader Interviews in Surkhet vorzuverschieben.
Nun werden wir morgen nach Surkhet aufbrechen, in Asmitas Haus übernachten, bis am Sonntag, 10. Juli, und in der Zwischenzeit die Trader Interviews durchführen.
"Hihi, toll!", dachte ich, während wir über den Highway nach Dailekh zurückfuhren. Was haben wir mal in der WMS gelernt?
Ein Manager plant, führt durch und kontrolliert das Ergebnis danach. Steht auch so im Thommen (Wirtschaftsbuch in der HAFL). Nun, geplant hatte ich, durchgeführt hatte ich und im Rückblick musste bei der Kontrolle des Zeitplans eine Anpassung gemacht werden. Das ist doch herrlich, wenn man gebüffelte Theorie mal in der Praxis anwenden kann.
Nun, soviel zur letzten Woche. Gesund bin ich nun wieder:-)
Sonntag, 25. Juni 2017
Dailekh wird erkundet
Namasté,
Es ist Sonntagmittag, auf der Strasse herrscht das übliche Stimmengewirr des Dailekh Bazars, irgendwo hört man Musik, die Kinder sprechen Vokabeln den Lehrern in der Schule nach, die gleich über die Strasse liegt und ich sitze im Büro und habe frei. Schön, oder?
10 Tage Schreibstille, warum?
Nun, es ist allerhand los gewesen. Seit dem letzten Beitrag haben sich die Ereignisse überschlagen, deshalb das lange Schweigen, doch der Reihe nach.
In der Woche vom 12. Juni, diktierte mir Asmita die ersten 5 Interviews, die wir in Rittha gemacht hatten. Damit waren 2 Tage vergangen. Des Weiteren begann ich, an meiner Arbeit so wirklich zu schreiben, das Quellenverzeichnis azulegen und weiterhin Literatur zu lesen.
Dazu gesellte sich eine heftige Diskussion, wer denn für meine Arbeit verantwortlich war. Im Helvetasbüro in Dailekh sind 2 Projekte untergebracht: Good Governance und ein Projekt, welches die Entwicklung eines besseren landwirtschaftlichen Dienstleistungssystems unterstützt. Wer genaueres wissen möchte, darf gerne googeln.
Nun, die Verantwortungen waren nicht wirklich geklärt, beide Projektkoordinatoren überlastet und niemand hatte Zeit, mit Asmita und mir ins Feld zu kommen. Schliesslich konnte allerdings doch eine zweite Interviewsession in Toli, etwas nördlich von Dailekh in Richtung Jumla, festgelegt werden.
Die Strasse endet in Toli:
Am 16. Juni brachen Asmita und ich, mit Fragebögen ausgerüstet, nach Toli auf. Es war gegen 8 Uhr morgens und versprach ein schöner und heisser Tag zu werden. Das Vehicle, das wir für diese Fahrt angefragt hatten, hollperte aus dem Bazar hinaus und folgte ein Stück weit der "guten" Strasse, bevor es links weg abbog, in einen Wald, der von Lichtungen, Feldern und einzelnen kleinen Dörfern durchbrochen wurde. Die Strasse wurde holprig, sehr holprig, die Räder glitten fast auf dem staubigen Gestein aus, der Wagen ruckelte über Wurzeln und die Äste der nahestehenden Bäume streiften die Autoscheiben. Wir fuhren irgend was um die 30 km / h.
Die Strasse schlängelte sich durch die nepalesische Hügellandschaft und wir erreichten schlussendlich Toli. Die Strasse war staubig und führte zwischen 2 Häuserreihen, links und rechts des Weges durch. Danach hörte der Weg auf bzw. war nicht mehr mit dem Auto passierbar. Zumindest für meinen Geschmack nicht.
Wir stiegen aus und wurden vom "Field Coordinator" von Toli in Empfang genommen und in ein kleines Büro geführt. Die Häuser hier bestehen aus Lehm und Steinen, sind aber während der Tageshitze angenehm kühl. Der Boden war von einem Plastik bedeckt, ein Holztisch stand in der Mitte des Raumes und Gartenstühle aus Plastik dienten als Sitzgelegenheit. An den Wänden einiges Gerümpel. Schweigen, als wir uns an den Tisch setzten.
ich dachte erst, wir seien nur zu dritt (field coordinator, Asmita und ich). Allerdings stellte sich heraus, dass noch einige Leute mehr am Tisch sassen, deren 2. Wir stellten uns vor und trugen unser Anliegen vor. Es sei möglich, 5 bis 7 Interviews und eine Fokusgruppendiskussion zu machen, sagte der Field Coordinator. OK.
Danach gab es Daalbhaat und anschliessend folgte die erste Interviewserie. Eine Dame, Health Assistent im Dorf, begleitete uns. Das Dorf wirkte ausgestorben, es waren nicht viele Leute da. Eine Frau trieb ihre Ziegen, Küe und einen Büffel in den Wald zur Weide.
Wir gingen die staubige Strasse entlang und bogen schräg nach rechts oben ab. Der Feldweg führte den Hügel hinauf, vorbei an Lehmhäusern, Maisfeldern und einigen grasbewachsenen Felsen. Der Fels hier ist sehr kalkig, staubig. Er erinnerte mich fast an Sandstein.
Wir erreichten das erste Haus, in dem wir Interviews machen würden. Doch die Leute in Toli waren nicht sehr gesprächig. Das Interview dauerte lange und die Leute gaben Informationen nicht leicht preis.
So ging es mit dem 3 und 4. Interview weiter und eine Dame verliess mitten im Interview den Platz. Sie müsse nach Hause, da sie zu viel Arbeit habe.
Ja, wir erfuhren, dass wir an einem schlechten Zeitpunkt gekommen waren. Das ganze Dorf war bei der Reispflanzung. Erlichgesagt hatte ich das vergessen / nicht miteinberechnet.
Naja, schlussendlich kamen 5 relativ gute Interviews zustande. Aber wir sollten am nächsten Tag zurück nach Dailekh, da eine Fokusgruppendiskussion unwahrscheinlich war und die Bauern zudem Sojabohnen nur für den Eigenkonsum produzierten.
Das nächste Dorf, das Sojabohnen im grösseren Stil anbaut, wäre 3 h zu Fuss entfernt gewesen, der Weg dorthin sei allerdings "zu schwierig, wenn man nichts sieht." Ich quittierte das mit einem Stirnrunzeln, meine Einwände halfen nichts. OK, accepté.
Nach einem guten Abendessen (Daalbhaat) und einer von Mücken- und Fliegengesumme erfüllten Nacht, kehrten wir nach Dailekh zurück, nachdem wir am Samstag, 17. Juni einen kleinen Morgenspaziergang in Toli gemacht hatten. Wir waren unter ständiger Beobachtung der Dorfkinder!
Am Sonntag, 18. Juni, kam mein Supervisor der HAFL, ehemaliger Dozent für Extension und Rural Development, zu Besuch.
Es wurden einige Dinge besprochen, von der Wohnsituation, über den relativ geringen "Ausgang" bishin zur Bachelorarbeit.
Verantwortungen für die Arbeit wurden geklärt und wir haben nun die Aufgabe, mindestens 3 Mal in der Woche spazieren zu gehen, juuu!
Eine dritte Interviewsession am 19. Juni und 21. Juni in Lakuri folgte. Diese war mit Abstand die Beste! Lakuri befindet sich südlich von Dailekh in einer Terassenlandschaft, in der die Bauern Mais, Reis, manchmal Hirse, Sojabohnen, Gemüse und Orangen / Kardamom anbauen. Dies alles auf sehr geringem Bodenmaterial, 10 bis 20 cm Humus danach derselbe Kalkstein wie in Toli. Es ist unglaublich, wie die Leute hier jeden auch noch so gering fruchtbaren Boden nutzen, um Lebensmittel anzubauen.
Die Leute in Lakuri waren um einiges gesprächiger und auch hier wurden wir köstlich bewirtet mit Daalbhaat, frischem Jogurt, local Bhaale, Rettichsuppe und reich beschenkt mit Chichinda (Snakegard) und beim zweiten Mal sogar mit Sojabohnen.
Diese rösteten wir in Dailekh. Sie werden wie Erdnüsse gegessen oder mit Chilli und Zwiebeln serviert.
Nun, alle 17 Interviews in Dailekh mit den Farmern sind nun zu Ende. Doch es werden noch Interviews mit Händlern und Verarbeitern in Dailekh / Surkhet folgen sowie Interviews mit Bauern, Verarbeitern und Händlern über Linsen. Die Entdeckungsreise ist noch nicht abgeschlossen!
Lakuri ist eine sehr wasserarme Gegend. Es gab zwar mal ein Wassersystem, welches jedoch zusammenbrach und niemand repariert es. Bei einem Hof müssen die Leute 1 bis 2 km zu Fuss gehen und Wasser heranschleppen. Auch hier in Lakuri wird alles von Hand gemacht, Feldarbeit, Kleiderwaschen etc. Die Strasse ist auch hier steinig und staubig, Regen ist bitternötig. Doch der Monsun verspätet sich.
Doch seit einigen Tagen regnet es bei Nacht und morgens treiben feuchte Nebel in die Räume, wenn man das Fenster öffnet.
Ganz vergessen habe ich den Besuch auf einer horticultural farm. Auch dieser statteten wir zusammen mit dem Büroteam und dem HAFL-Dozenten einen Besuch ab. Später, vergangenen Freitag, wohnten Asmita und ich einem Training von Farmern über Orangen und Gemüse bei. Da sah ich auch zum ersten Mal einen Kiwibaum! Ein sehr interessantes Rankengewächs.
So, nun hab ich genug erzählt und das ist auch alles, was die vergangenen 10 Tage geschehen ist. Langweilig wird's nicht.
Bis zum nächsten Mal.
Dienstag, 13. Juni 2017
Landleben und Einblicke in die Nepalesische Landwirtschaft
Namasté,
Die vergangene Woche erscheint mir ewig lange! Es ist auch dementsprechend viel los gewesen.
Die ersten 3 Tage der vergangenen Woche hatte ich alle Hände voll zu tun, um mich auf den ersten "Feldbesuch" vorzubereiten. Es galt, den Fragebogen für die Bauern so anzupassen, dass er während dem Interview ausgefüllt werden konnte, letzte Besprechungen zu treffen, wie wir das Interview führen sollten und innert 2 Tagen einen Leitfaden für eine Fokusgruppendiskussion zu erstellen.
Dazu vergrub ich mich in Literatur zu diesem Fokusdiskussionsthema, übrigens etwas sehr effektives und spannendes, wenn man qualitative Ergebnisse erhalten möchte.
Am Donnerstag, 8. Juni ging es dann "endlich" los. Ich war froh, die Enge von Dailekh für 1 oder 2 Tage hinter mir zu lassen.
Wir fuhren in einem Office vehicle in Richtung Surkhet. Rittha war unser erstes Ziel. Der Wagen fuhr über den "Highway" und hielt plötzlich neben einem Haus. Wir stiegen aus. Auf die Frage, wo wir denn seien, hiess es: "Beim ersten Farmer.". OK, da waren wir also.
Wir wurden von einem Herrn herzlich willkommen geheissen und auf eine kleine Veranda vor dem Haus gebeten. Eine "Gundri" wurde ausgerollt. Dies ist eine traditionelle nepalesische Matte, geflochten aus Reis- oder Maisstängeln (bzw. Stroh). Wir setzten uns also da drauf und stellten uns vor (Asmita, Shilpa und ich). Einige Familienangehörige waren ebenfalls anwesend, zu trinken gab es nichts.
Es war sehr warm, doch glücklicherweise ging ein Wind, der durch die nahestehenden Bäume strich. Das Interview dauerte, Übersetzung eingeschlossen, 3 Stunden. Also viel zu lange! Wir mussten unsere Taktik ändern. Das Interview wurde auf Nepali geführt. Ich verstand so viel, dass ich dem Fragebogen einigermassen folgen konnte, allerdings nicht den Antworten.
Der Hof war schön gelegen, in mitten des Hügellandes. Soja wird auf abschüssigem Gelände (Hanglage) angebaut, alles ist Handarbeit! Vom Säen über ernten und jäten. Zudem hatte die Familie noch 2 Kühe und einen Büffel, einige Zitrusbäume standen auf dem Hof sowie ein Gemüsegarten, der die Familie mit Gemüse versorgte. Zudem gab es Hühner und Ziegen, die mal zwischendurch etwas von sich hören liessen (Gegacker bzw. Gemecker). Auch eine kleine Katze stattete uns einen Besuch ab.
Nach dem Interview stärkten wir uns mit "zauzau", asiatischen kurzen Nudeln. ich war allerdings nicht sehr hungrig, da mir das Wetter etwas zu warm war.
Inzwischen war es gegen 17 Uhr geworden und wir steuerten under Nachtquartir, Guranse, an. Wie bereits früher erwähnt, liegt dieses Dorf auf 2100 m.ü.m. Wir quartierten uns im Dorfhotel ein. Durch einen schummrigen Gang traten wir in einen Hinterhof, der den Blick auf die umliegenden Berge freigab. Eine schöne Abenstimmung herrschte. In Mitten des Hofes hockte eine Frau auf dem Boden und zerhackte ein Huhn. Ja, nicht grad sehr anschaulich!
Mit einigen "hä, hä" schäuchte sie die neugierigen Artgenossen zur Seite und fuhr mit dem Zerhacken fort.
Wir bezogen unsere Zimmer, in denen nichts weiter stand als 2 Betten. Toliette war angeschlossen, allerdings recht stark stinkend. Wir entschlossen uns auf einen "Abendspaziergang" zu gehen.
Kaum hatten wir die Strasse überquert, stoppten wir wieder, erst ging man Tee trinken. Der Tee war schwarz, süss und mit Pfeffer, Kardamom und Ingwer abgeschmeckt. Danach ging es im Schlendrian-Tempo weiter den Hügel hinauf. Wir kehrten nach ca. 15 min wieder um, sehr zu meinem Leidwesen, aber was solls.
Wir hatten uns umquartiert und wohnten jetzt für 2 Nächte im selben Teehaus, welches uns auf unseren vorherigen Durchfahrten immer so leckeren Milchtee serviert hatte. Das Zimmer war einfach, aber relativ sauber. Eine Plastik Gundri lag auf dem Boden, es gab aber warme Decken.
Zum Abendessen gab es "local bhaale", lokales Suppenhuhn. Es schmeckte köstlich und wurde mit Reis und Gemüse serviert.
Am nächsten Tag standen 5 Interviews und eine Fokusgruppendiskussion an. Doch zuerst machten wir einen "langen" Spaziergang und dies im wahrsten Sinne des Wortes! Wir gingen bis zur Distriktgrenze von Surkhet, die etwa eine halbe Stunde zu Fuss von Guranse liegt. Auf dem Weg sahen wir Aaru Pokhara Bäume (Pflaumen), Rhododendronbüsche, die die Hänge besetzten und viele Kartoffelfelder. In Guranse wird zudem sehr viel Gemüse produziert, das bis nach Indien geliefert wird. Auch Kaffee wird neulich angepflanzt, allerdings kein Tee. Woher der Name "Guranse Tee" kommt, den ich bereits mal gelesen hatte, ist mir schleierhaft.
Die Interviews waren gut und verliefen in der geplanten Zeit von 2 h, wobei wir 2 Leute gleichzeitig interviewten.
Bei der Fokusgruppendiskussion überraschte uns ein Platzregen und schäuchte uns in das Haus einer Bäuerin. Sie röstete Sojabohnen und der kleine Raum wurde voller Qualm. Das Ganze fand wiederum auf dem Boden statt (siten).
Danach fuhren wir nach Guranse zurück (wir waren in Rittha) und stärkten uns mit Milchtee und Kichererbsensuppe. Danach ging es "off-road" und weg von der Strasse. Der Wagen hielt irgendwo im Nirgendwo. Es gäbe da einen "open ground", wo man gut spazieren könne.
Nun, lasst uns diesen "open ground" entdecken! Es war eine offene Wiesenfläche, sehr kurz abgegrast, die von Wald umgeben war. Irgendwo im Gestrüpp hörte man die einsame Glocke einer Kuh, Vögel zwitscherten und die Grillen veranstalteten ihr übliches Abendkonzert, eine friedliche Stimmung lag über dem Ort.
Ich erkundete diese Wiesenfläche mal auf eigene Faust und stellte fest, dass hie und da Felsen herumlagen, über die natürlich drüber balanciert werden musste. Hui, das war spannend. Danach gab es viele Photos mit den anderen beiden Frauen und der Mutter von Shilpa.
Asmita erzählte mir, dass es auf der Lichtung ein leerstehendes Häuschen gäbe. Auch dieses musste entdeckt werden. So machte ich mich wieder alleine auf und, tatsächlich, fand ich es nach einigem Suchen. Der Eingang war offen, der Boden allerdings moos- und grasbewachsen. Ich entschloss mich, nicht hineinzugehen. Stattdessen ging ich um das Haus herum und blieb stehen, als ich Schritte hörte.
Eine Frau kam des Weges und stellte ihren leeren Eimer ab. Sie hockte sich hin. Ich begrüsste sie auf Nepali: "Namasté". Sie antwortete und begann mich auszufragen. Natürlich waren meine Kenntnisse schnell erschöpft und da kam Shilpas Grossmutter zur Hilfe. Sie spricht zwar auch nur Nepali, konnte der Frau aber erklären, was ich ihr nicht erklären konnte.
Die fremde Frau, oder Didi fragte mich, wie alt ich sei, woher ich komme, ob ich vereiratet sei und Kinder hätte. Naja, so gut es ging sprach ich etwas mit ihr und dann legten wir ein Stück des Heimweges zu Fuss gemeinsam zurück. Sie wohnt in einem kleinen Ort nicht weit von dieser Lichtung.
Danach ging es zurück nach Guranse, Abendessen (local bhaale" der Rest davon, und dann ins Bett.
Der nächste Morgen begann früh. Wir tranken Milchtee und assen Selrotti, ein ringförmiges Gebäck aus Ghee und Reismehl sowie Wasser. Frisch gebacken schmeckt es am köstlichsten!
Rückfahrt nach Dailekh, faules Wochenende und nun erste Datenanalyse.
Mal sehen, was es diese Woche spannendes gibt.
Alla prossima.
work and experiences in Nepal: ÖV System zum Zweiten und Kleinigkeiten
work and experiences in Nepal: ÖV System zum Zweiten und Kleinigkeiten: Namasté, 18 Uhr Ortszeit und ein Sommergewitter mit heftigem Regen geht über Dailekh nieder. Es hatte bereits vergangene Nacht geregnet, na...
Montag, 5. Juni 2017
ÖV System zum Zweiten und Kleinigkeiten
Namasté,
18 Uhr Ortszeit und ein Sommergewitter mit heftigem Regen geht über Dailekh nieder.
Es hatte bereits vergangene Nacht geregnet, nachdem die vergangenen 2 Tage drückend heiss gewesen waren.
Ich verbrachte das Wochenende wiederum in Surkhet bei der Familie meiner Bahini und möchte euch noch etwas genauer übers Nepalesische Bussystem berichten.
Am Freitag, 02. Juni, fuhren wir am Nachmittag nach Surkhet. Das Wetter war bereits sehr warm und ich gönnte mir noch einen Kaffee, bevor wir den Bus nahmen. Das funktionierte folgendermassen.
Debu Didi hatte uns einen Bus herausgesucht / sich erkundigt. Dieser fuhr um 13 Uhr, nahe beim Office. Wir gingen also um 12:45 h dorthin und stzten und auf eine Bank, um zu warten. Warten mussten wir hier glücklicherweise nicht lange. Ein Fahrer war bald da und wir bestiegen den kleinen, engen Bus mit einer grossen Tasche, die unsere Habseeligkeiten beinhaltete. Nach einigem Hin und Her ging die Fahrt los. Es waren 2 Fahrer dabei.
Der eine Dai fuhr, der andere Dai klopfte in einer bestimmten Code-Sprache auf die Autohaube und rief: "Ah, Surkhet, Durkhet!". Das Gefährt rollte langsam die holprige Dorfstrasse entlang und ich hatte das Gefühl, dem Ton nach müsse sich der Beifahrer ziemlich weit aus dem Auto gelehnt haben oder irgendwie auf dem Trittbrett mitfahren, denn die Stimme kam immer wieder von aussen. Es stiegen auch immer mehr Leute ein.
Wir erreichten den Busparkplatz und warteten ca. 30 min dort, bevor die Fahrt wirklich losging. Es war sehr heiss und die Enge im Bus trug nicht gerade zu einer angenehmen Fahrtatmosphäre bei. Nun, endlich ging die Fahrt los. Der Beifahrer Dai klopfte 4 mal "bum bum, bum bum" auf die Autohaube und es ging los. Unterwegs stiegen noch einige Kinder zuderen Mutter den Fahrer warnte, dass ihnen schlecht werden würde. Oh, was für ein Vergnügen! ...
Da die Fenster offen waren, kam zumindest frische, aber staubige Luft hinein, was die Fahrt etwas erfrischender machte. Ich freute mich auf Gruanse, ist es doch dort oben immer angenehm kühl (für Schweizer Verhältnisse), für Nepalesische kalt (wenn man aus Surkhet kommt).
Einmal klopfen auf die Fahrerhaube heist "halt". So stiegen hie und da Leute ein und aus und wir erreichten Surkhet nach 3.5 h Fahrt.
Wenn man nach Guranse in Richtung Surkhet Valley hinunterfährt, geht es zuerst in einen Wald. Grillen zirrpten und wir hielten, um einen "Toilettenhalt" einzulegen. Dann ging die Fahrt weiter und nach dem Wald und einigen Kurven breitete sich das Tal rechts von uns aus. Es ist bewaldet und breit, man sieht Häuser und den Fluss, der durchs Tal fliesst. (Beschreiung von Asmita).
Surkhet empfieng uns tropisch feucht und heiss! Die Hitze erschlug uns fast. Wir gingen zu Asmitas Haus und ich lernte auch noch ihre Grossmutter (Hajur Ama" kennen. Sie trug einen Doti (Wickelrock), üblich für traditionell gekleidete, ältere Frauen in Nepal.
Wir stärkten uns mit Mango und Aaru Pokhara (Pflaumen) und ruhten uns aus. Asmitas Mutter kam spät und holte sich eine Schimpftirrade ihrer Tochter ein, denn Frauen kommen nicht nach 8 Uhr Abends nach Hause, normalerweise, und informieren ihre Familienangehörigen, wo sie sind und wann sie kommen.
Nun, Asmitas Mutter hatte es eben diesmal vergessen. Für mich nicht sehr schlimm, für Asmita ein Grund zur Schelte.
Wir assen Daalbhaat und legten uns alsbald schlafen.
Ich verbrachte eine schlechte Nacht, nicht nur wegen der Hitze, auch wegen des lauten Hundegebells, das mich um 4 Uhr morgens aus dem Schlaf riss und bis 5 Uhr andauerte. Danach war an Schlaf nicht mehr wirklich zu denken.
Asmita lernte den ganzen Tag immer wieder einmal, wir tranken Tee zum Frühstück und es gab wieder Daalbhaat mit Ziegenfleischsuppe. Als Zwischenmalzeit gab es Ziegenfleischmomos, die in einer Suppe gekocht worden waren.
Alles sehr lecker, doch etwas viel bei dieser Hitze! Naja.
Des Nachmittags taten wir nicht viel anderes, als Siesta zu machen. Es war einfach zu heiss draussen. Abends dann kühlte es ab und wir machten uns auf zum Bazar, um Gemüse und noch einige andere Kleinigkeiten einzukaufen.
Dabei lernte ich "daude", ein nepalesisches Gemüse kennen, dessen Deutschen Namen ich nicht weiss. Es ist grün, aber gerollt wie eine Krevette. Ja, das ist die naheste Beschreibung, die mir in den Sinn kommt. Schmecken tut das Ganze aber wie Gemüse! Keine Sorge :-).
Den folgenden Tag verbrachten wir ähnlich, aber mit dem Unterschied, das Asmita eine Prüfung hatte und nicht viel schlief in der Nacht auf den Sonntag. ich blieb mit ihrer Mutter zu Hause und hatte die Gelegenheit mein Nepali in die Tat um zu setzen. Ire Mutter spricht kein Englisch, doch ich war überrascht, wie gut wir uns verstanden. Das relativ intensive Nepali-Studium neben der Schule in der Schweiz hatte sich also gelohnt.
Nach dem Essen machten wir uns langsam bereit, wieder nach Dailekh zu fahren und nahmen den Bus um 14 Uhr.
Dieses Mal allerdings, liess uns der Busfahrer 45 min in der Hitze stehen. Er tauchte einfach nicht auf. Die Fahrgäste wurden ungeduldig. Es war drückend heiss und er kam und kam nicht. Dann, endlich, ging es los. Der Fahrer hielt aber einige Minuten später wieder, aus unerklärlichen Gründen, und so ging es weiter bis nach Guranse. Dort legten wir einen Tee-Stop ein, doch weder Asmita, noch ich hatten lust, auszusteigen.
Danach schlief ich immer wieder ein und wir erreichten nach 4 Stunden endlich Dailekh, staubig, müde und verschwitzt.
Hier kann wirklich die Geste "sich den Reisestaub vom Gesicht waschen" verwendet werden! Glücklicherweise trugen wir eine Maske, welche unsere Lungen vor dem Gröbsten Staub verschonte.
Vergangene Woche tat ich nicht viel Spezielles, ausser meine verbleibenden 4 Monate zu planen und Literatur zu lesen.
Diese Woche wird es am Freitag, 9. Juni, mit den Interviews endlich losgehen! Eine letzte Besprechung heute und eine letzte Anpassung des Fragebogens, sowie die Erstellung eines answer Sheets für die Analyse stehen noch an.
Ansonsten regnet es jetzt immernoch und wir sehen, wie das Wetter die Woche wird.
Grüsse und bis nächste Woche.
Montag, 29. Mai 2017
ÖV System in Nepal und bald schon einen Monat im Lande
Liebe Leser
Ich versuche mal, in umgekehrt chronologischer Reihenfolge, was für ein schön kompliziertes Wort, meine Erlebnisse seit dem letzten Blogeintrag zusammenzufassen.
Ich glaube, ich habe beim Tempel Sristan, Navistan aufgehört.
Nun, einige Nachträge:
Sristan und Navistan sind laut Legende Orte, wo Teile von Shiwa Jees erster Frau, Sati Devi, begraben lieen. Heisser Dampf / Flammen (Erdgas) dringt aus dem Gestein und die Einheimischen verehren diese Plätze bereits seit 200-300 Jahren.
Sristan ist von Bananenbäumen umschattet, was mich irgendwie ans Buch "sidhartha" von Hermann Hesse erinnerte, wo Sidhartha unter irgendwelchen Bäumen, evtl. waren es Bananenbäume, weiss das nicht mehr so genau, meditierte. Anyway, Navistan ist von Mangobäumen beschattet und dort befindet sich auch der "weltgrösste Baum". Ein unglaubliches Gebilde aus Wurzeln und ein gigantischer Stamm.
Auch zu diesem Baum kommen viele Hindus, da die Äste des Baumes auf einer gewissen Höhe das Bildnis der Göttin Ganesha bilden, auf natürliche Weise.
Nun, nachdem wir diese Orte besichtigt hatten, mit unseren Office-Mitarbeiterinnen, genossen wir Momos in Dailekh.
Die vergangene Woche gestaltete sich sehr arbeitsintensiv, mit viel Lesen für die Arbeit und Anpassung des Fragebogens. Leider, Bewegung war nicht viel dabei. Abendspaziergänge, trotz schönem Wetter, gestalteten sich selten.
Ich habe herausgefunden, dass Abendspaziergänge hier eher von Kindern und Männern gemacht werden. Die Frauen seien zu beschäftigt mit kochen. Überhaupt hört man zwischen 18 und 20 h Lokalzeit das Zischen von Dampfkochtöpfen, in denen Daal zubereitet wird, es brutzelt und brät in den Küchen und man hört hauptsächlich viele Kinder draussen. Naja, damit muss ich mich abfinden. Heisst auch, dass ich vom Dorf selbst nicht viel berichten kann.
Es ist ein Strassendorf, durch welches sich eine Hauptstrasse zieht, mal gepflastert, mal weniger. Autos bahnen sich fröhlich hupend einen Weg durch auf der Strasse spielende Kinder und anderen Fussgängern. Mopeds brausen durch und hupen ebenfalls lautstark. Also auch etwas lärmig, wenn auch weniger als Kathmandu.
Die Abende verbringen wir, wenn nicht auf Abendspaziergängen, im Büro, sitzen auf Mudas (kleine Hocker aus Bambus geflochten" und die Frauen schwatzen auf Nepali.
Nun, mit meinen Sprachkenntnissen ist es noch nicht sehr gut bestellt und deshalb höre ich einfach zu.
Abwechslung brachte der Bsuch von 2 Helvetasmitarbeitenden am Montag vor einer Woche und am Samstagmorgen (vorgestern). Vergangenen Montag kam der International Programme Advisor, ein Schweizer, und seine Nachfolgerin, eine Schweizer Britin (Doppelbürgerin) zu uns auf Besuch. Es war eine schöne Begegnung und gekocht wurde dementsprechend.
Vergangenen Samstag hatten wir 2 Leute von Jumla (Distrikt in den high hills Nepals) zu Besuch. Sie luden mich herzlich ein, Jumla einen Besuch abzustatten. In Jumla gibt es Äpfel! Wer weiss, vielleict reicht die Zeit, um nach Jumla zu reisen und die "Jumlabohne", eine lokale Bohnenart, auch noch zu analysieren. Gekostet hatte ich sie bereits einmal, sehr lecker.
Und nun sind wir wieder beim Essen :-). Ja, die Nepalesische Küche lässt sich wirklich sehen. Dieses Wochenende (27., 28. Mai) war ich in Surkhet und besuchte die Familie mit Asmita, meiner Assistentin / Bahini.
Surkhet befindet sich im gleichnahmigen Surkhetvalley, auf dem Grund eines breiten Tales. Das Klima ist wärmer und sehr feucht. Es regnete, als wir ankamen.
Um nach Surket zu kommen, nahmen wir einen "public Bus", ein klappriges Gefährt, welches sehr eng ist und nicht viel Beinfreiheit bietet, zumindest für europäische Verhältnisse. Es ging los, über die altbekannten hokannten, holprigen Strassen, erst im Schritttempo, dann etwas schneller. Auf dem Weg hielten uns Leute an, die "Kaffel", bräunlich rötliche Steinfrüchte, verkauften und ein ander Mal hielt uns eine Horde Kinder an, die Pflaumen verkauften.
"Oh, aaru pokhara", riefen die Kinder, und streckten ihre Hände durch die offenen Busfenster, um uns ihre Früchte (Pflaumen) zu verkaufen. Der Fahrer wurde ungehalten und fuhr langsam weiter.
Wir überquerten die Hügelkette von Guranse (2100 m.ü.m) und kamen runter ins Surkhetvalley.
Hier stärkten wir uns erst mit "Paani Puri". Dies ist eine pastetenartige Malzeit, die mit einer Suppe aus Erbsen und Kartoffeln, abgeschmeckt mit Zitronensaft und Chilli, gegessen wird. Es ist ein etwa mundgrosses Schälchen aus fritiertem Teig, das mit dieser Suppe gefüllt und dann ganz in den Mund gestopft wird. Eine etwas schwierige Angelegenheit, um sich nicht zu beflecken, aber sehr lecker. Zum Nachtisch konnte ich das erste Mal Zuckerrohrsaft probieren! Es ist, wie gesagt, sehr zuckrig und schmeckt etwas nach Pflanzensaft. Ein etwas gewöhnungsbedürftiger Geschmack, aber lecker.
Danach fuhren Asmita und ich zu ihrem Elternhaus, mit einer Motorriksha. Doch erst holte sie Milch in einer Molkerei. Die Milch wird hier in Plastiktüten abgefüllt, die mit einem Knoten verschlossen sind.
Wir erreichten Asmitas Haus, das in einem wunderschön, mit Blumen und Obstbäumen sowie Gemüsebeeten besetzten Garten liegt. Das Haus ist sehr alt und eine "halsbrecherische Treppe", wäre da nicht ein Geländer, führt zu den Wohnräumen, die an eine Art Balkon grenzen.
Die Einrichtung ist einfach, auf dem Boden liegen Decken und Teppiche. Man zieht die Schuhe aus, bevor man ins Haus geht. Ein Raum diente als Fernseh, Aufenthalts- und Schlafraum.
Asmitas Zimmer war klein und bot einigen Regalen und einem Bett gerade genug Platz. Die Küche befindet sich unten im Garten, ebenso Toilette und ein weiteres Wohnzimmer. Die Küche war warm und gemtlich, Kissen lagen auf dem Boden, gewaschen und Gemüseschneiden fand auf dem Boden statt, gekocht wurde auf einem Gasherd. Es gab zwar einen Tisch, doch an dem hockte ich nicht lange. Ich setzte mich auf den Boden.
Asmitas Mutter nahm mich gastfreundlich auf und servierte uns Milchtee (mit schwarzem Pfeffer, Kardamom und Ingwer sowie Zucker) abgeschmeckt. Danach Geplauder und Ein Spaziergang durch den Garten und raus, eine Eukalyptusallee entlang. Eukalyptusbäume sind riesig!
Weiter gings bei Regierungsgebäuden der Lokalregierung vorbei und an einem Tempel von Durga Matha vorbei. Religiöse Musik wurde in voller Lautstärke gespielt und 2 kleine Kinder tanzten im Spiel im Tempelareal. Wir besuchten den Tempel und gingen danach zurück zum Abendessen.
Den Sonntag verbrachten wir mit Essen (Frühstück) und einer 2-stündigen Wartezeit auf den Bus. Der Bus hier ist nicht unbedingt pünktlich, doch sogar 2 Stunden ist den Nepali zu viel. Unsere dritte Mitreisende, Shilpa, die auch im Office arbeitet und persönlich in Surkhet zu tun hatte, organisierte ein Office-Vehicle von Helvetas, das uns nach Dailekh bringen würde.
Dieses Mal hielten wir in Guranse und tranken wieder Milchtee. Die Milch hier oben ist frisch und sahnig, so etwa, wie Milch von der Alp oder generell frisch gemolkene Milch. Wir kauften auch Jogurt, das auch in einer Plastiktüte abgepackt wurde und einen "local bhale" Hahn, den wir zum Abendessen kochen würden. Das Tier wurde sogleich, frisch, geschlachtet. Naja, etwas gewöhnungsbedürftig, aber immerhin war das Fleisch frisch. Es landete ohnehin in Debu Didis Dampfkochtopf.
So, nun sind wir im "Heute" angelangt. Das erste Pretest-Interview stand an, welches fast 3 Stunden dauerte. Ich erhielt allerdings gute Antworten und freue mich, mit der Datenerhebung beginnen zu können. Leider immernoch keinen Abendspaziergang...
So, ich hör mal auf, zu "motzen".
Schöne Grüsse und bis bald.
Montag, 22. Mai 2017
Landlebeln, Kulturschock und Religiöses
Salut,
Nun, es ist wieder eine Woche vorbei und ich habe eine ganze Menge erlebt, der Titel sagt es schon aus.
Nachdem ich die Hypothesenarbeiten bis am Dienstag, 16. Mai abgeschlossen hatte, hiesses packen, da am 17. mai der Flug nach Nepalgunj, nahe der Indischen Grenze, anstand.
Doch der Dienstagabend im Nanayalachhen Hotel entpuppte sich als ein "international dinner", was mir den Abschied etwas schwer machte. Tabea und ich hatten im Hotel einen Inder und eine Französin kennengelernt. Nun, als ich am angesprochenen Abend zur Rezeption ging, um einen Kaffee zu holen, was ich schlussendlich bleiben liess, traf ich den Inder und die Französin. Auch die Französin fuhr am 17. Mai nach Frankreich zurück. Sie freute sich sehr, war ihr doch das ganze Leben in Nepal "zu staubig und zu laut und das Essen zu würzig". Sie sagte mir, das eben auch eine andere Französin ins Hotel eingezogen sei und dass sie mit ihr zu Abend essen würde, ob ich auch dabei sein wollte. Eine Deutsche Touristin würde sich uns anschliessen, ebenso ein Nepali Guide, der die erste Französin recht lange begleitet hatte.
So bestand unsere internationale Gesellschaft schlussendlich aus einer Schweizerin, einer Deutschen, 2 Französinnen, einem Inder und einem Nepali. Wie schön! Wir hatten einen gemütlichen Abend und eine dementsprechend kurze Nacht, da mich der Wecker um 4:30 Uhr am 17. Mai aus dem Schlaf riss.
Ich frühstückte kurz, trank einen Kaffee und etwas nach 6 Uhr holte mich das Helvetasauto ab und fuhr mit mir zum Flughafen. Auf der Fahrt dorthin holten wir noch einen anderen Helvetasmitarbeitenden ab, der mit mir reisen würde.
Die Flughafenformalitäten gingen relativ rasch und mit der üblichen Nepalesischen Verspätung hoben wir ab und flogen Richtung Westen. Allerdings landeten wir in einem anderen Flughafen, da es in Nepalgunj aufgrund von Unwettern nicht möglich war, zu landen. Wir warteten etwa 30 min im stickigen Flugzeug, Bezingestank drang von aussen hinein. Endlich ging der Flug weiter, rüttelte aber dementsprechend!
Irgendwann mussten wir das Annapurnamassiv gekreuzt haben, denn ich hörte Fotoaparate klicken. Etwas dösig, träumte ich irgendetwas und schreckte auf, als das Flugzeug sich zur Landung neigte und es, eben, kräftig zu schütteln und rütteln begann.
War ich froh, erreichten wir den Boden heil. Dann ging die Rütteltour aber auch schon weiter. Man glaube nicht, dass die Strasseninfrastruktur sehr gut ist. Einige Strassen sind befestigt, aber sehr dürftig. Die Autos müssen eine gute Stossdämpfung haben! Und auch zum Sitzen, nicht besonders angenehm.
Nepalgunj liegt im Terai, im Tiefland Nepals. Es war heiss und eher feucht. Wir fuhren los und nahmen unterwegs nach Surkhet, das etwas in den Hügeln liegt, noch einen anderen Helvetasmitarbeiter und eine Nepalesin mit, welche meine lokale "Cheffin" Shilpa kannte / mit ihr verwandt ist. Die Strasse stieg ziemlich schnell an und wandt sich, wie eine Alpenstrasse, durch ein schönes Waldgebiet (Bardiya National Park), wie sie mir im Auto erklärten, den Hügel hinauf.
Die erste Hügelkette war überwunden, es folgte eine Zweite und nach etwa 4 stündiger Fahrt erreichten wir Surkhet. Dort gibt es auch ein Helvetasbüro, in welchem unsere 2 Helvetasmitarbeitenden tätig sind.
Wir wurden mit Daal Bhaat Tarkari (Daal mit Reis und Gemüse) bewirtet. Dann ging die Fahrt weiter, wobei wir meine Assistentin auch abholten, die von Surkhet ist.
So fuhren wir, 2 Nepalesinnen, ich und der Fahrer) weiter die Hügel in Richtung Dailekh hinauf. Es wurde fröhlich geplaudert, auf Nepali, wovon ich nicht einen Viertel mitkriegte und etwas auf Englisch, wenn ich mich am Gespräch beteiligte.
In Guranse (siehe Guranse Tea), heilten wir. Das Dorf bestand aus kleinen "Cottages", die mich etwas an Alphütten in der Schweiz erinnerten. Wir rasteten in einer solchen Hütte / einem solchen Haus und tranken süssen Milchtee und Selrotti (ein ringförmiges Gebäck aus Ghee =Butter, Reismehl und Wasser, fritiert).
Danach ging die Fahrt weiter, durch bewaldetes Hügelland, der Abenddämmerung entgegen, über kleinere Wasserläufe, durch Dörfer, wo Kühe und Ziegen auf dem Fahrweg frei herum spazierten und weiter den Hügel hinauf und die Hügel hinab.
Endlich, um 19 Uhr erreichten wir Dailekh. Völlig "gerädert", stiegen wir aus dem Fahrzeug aus und wurden von der dortigen Helvetas-Crew herzlich in Empfang genommen.
Shilpa, Ji, Padma Sir und Bina Ji sowie Debhu Didi bewohnen das Helvetas Office. Hier essen wir alle zusammen und arbeiten.
Wohen tun wir in Räumen, welche sich übers Dorf verteilen.
Der nächste Tag war Arbeit an meinen Fragebögen. Das Essen ist sehr gut hier, einfach, aber reichhaltig. Unser Zimmer (ich wohne mit Asmita Bahini, meiner Asistentin), besitzt 2 Betten, einen Stuhl, eine angeschlossene Toilette (asiatischer Art) und einige Nägel an der Wand, die Asmita eingeschlagen hatte. Ansonsten ist das Zimmer leer, aber sauber und wohnlich.
Neben all diesen Eindrücken, habe ich noch vergessen, das Dorf zu beschreiben. Es ist ein Strassendorf, links und rechts ziehen sich Häuserreihen entlang, es gibt kleine Läden, die von Obst und Gemüse, über Apotheken und Schneider alles beherbergen. Die Lebensweise ist einfach, man wäscht draussen unter einem Schlauch ab und hängt auch die Wäshce draussen auf. Das Klima ist warm, aber trockener als in Kathmandu. Englisch können hier nicht mehr viele, ein Ansporn mehr, Nepali besser zu lernen.
Das Dorf bettet sich in die hügelige Landschaft Nepals ein und am Morgen früh sieht man den Nebel, der sich an die Berghänge "drückt" und langsam der höhersteigenden Sonne weicht.
Die Strassen sind grösstenteils unbefestigt, was bedeutet, dass es ganz schön matschig wird, wenn es mal regnet, was es bereits schon getan hat.
Und nun fragt man sich vielleicht, weshalb Kultuschock? naja, ich hatte das Gefühl, etwa 50 Jahre in der Zeit zurückgewandert zu sein und das noch verbunden mit etwas Heimwehgefühlen, machte es die ersten Tage nicht einfach, sich einzuleben. Auch aus diesem Grund nicht, weilman als Gast "nichts" machen darf. Eigentlich, helfen kann ich in der Küche nicht, auskennen tue ich mich im Dorf nicht und so bleibt nicht viel zu tun, als an meiner Arbeit zu arbeiten und versuchen, die neue Situation zu akzeptieren.
Hier möchte ich nicht ausführlicher werden, sonst wird es zu emotional.
Das vergangene Wochenende allerdings, führte mich etwas näher ans religiöse Leben der Nepali:
In Dailekh gibt es einen Tempel, der sich auf einem Hügel über dem Dorf erhebt. Samstags, 20. mai) brachen wir Frauen dorthin auf und besuchten in. Am Sonntag besuchten wir Sristan und Navistan, ebenfalls 2 sehr berühmte Tempel. Alle 3 sehr schöne Orte! Teils von Mangobäumen, teils von Bananenbäumen beschattet, an Flussläufen gelegen.
So, das wars für den Moment.
work and experiences in Nepal: 2te Woche in Kathmandu / Einleben
work and experiences in Nepal: 2te Woche in Kathmandu / Einleben: Namasté, ich melde mich wieder. Nachdem das erste Wochenende eher einsam war, ich verbrachte dieses meistens im Hotelzimmer und ging nur zu...
Sonntag, 14. Mai 2017
2te Woche in Kathmandu / Einleben
Namasté, ich melde mich wieder.
Nachdem das erste Wochenende eher einsam war, ich verbrachte dieses meistens im Hotelzimmer und ging nur zum Essen in den Speisesaal, musste ich lernen, mit dieser neuen Situation zurechtzukommen. In der Schweiz war / bin ich es mir ja gewohnt, einfach irgendwo einen Zug zu nehmen und sehr unabhängig zu reisen. Dem ist hier nicht so. Wohin, wenn ich weder Gegend noch Leute kenne?
Naja, dies die Lektion des ersten, vergangenen Wochenendes. Glücklicherweise hatte ich den Mut, 2 Deutsche Touristen anzusprechen, die eben vom Everest-Trek zurückgekommen waren. Ja mei, waren das spannende Geschichten! Die Lodges dort bestehen nur aus Spanholzplatten und bei -15 Grad C wird nur abends um 5 ein Feuer, bestehend aus Yak-Dung angezündet. Also ganz schön ungemütlich. Die Luft sei aber glasklar gewesen, jedenfalls am Morgen. Nachmittags habe es sich allerdings bewölkt und es habe geschneit. Soviel zu Himalayageschichten.
Zurück in Kathmandu:
Die Woche begann wieder, ich wurde vom Office-Vehicle abgeholt, ins Büro chauffiert und abends wieder zurück. Am vergangenen Montagabend traf ich dann eine Nepalesin, die Freundin von Sristi, einer nepalesischen Tänzerin, die in London ihren Master in Dance anthropology macht und die ich über das Buch "Die Traumwerkstatt von Kerala" von Sabriye Tenberken kontaktiert hatte. In diesem Buch waren alle Websites und ihre Gründer aufgeführt. Nun, Kovita und ich gingen einen Tee trinken. Wir gingen vom Greenwichhotel die Strasse entlang und landeten schlussendlich in einem schummrigen, leeren Strassenlokal, welches von einem Nepalesen geführt wurde.
Durch einen schmalen Eingang betraten wir diesen Raum, der von 1 oder 2-3 Tischreihen besetzt war. Wir setzten uns an die zweite Tischreihe und bestellten Chiya =Tee. Rechts von uns befand sich eine kleine Kochstelle, auf der der Wirt Fleisch und oder Gemüse zubereitete und das Ganze brutzelnd in einer Pfanne schmorte, als ein dritter Gast eintrat.
Der Tee wurde uns in 2 verbeulten Blechtassen serviert. Ich nippte etwas misstrauisch daran, doch, es war Tee, und er war heiss:-). Stark gezuckert!
Kovita und ich sprachen über Sristis Organisation (blindrocks) und sie erzählte etwas von sich. Als wir unseren Tee fertig getrunken hatten, verliessen wir die Gaststätte und Kovita begleitete mich zum Hotel zurück.
Der Dienstag ist nur deshalb zu erwähnen, weil es mein letzter Tag im Greenwichhotel sein würde und weil das Daal am Abend, aus Linsen, sehr lecker gewürzt war, mit frischem Koreander und Ingwer. Also, man bekommt dieses Nationalgericht wirklich gern:-).
Mittwochs hiess es dann packen. Ich zog in ein anderes Hotel (Nana Yala Chhen) näher beim Helvetasbüro um. Das Hotel ist von einem einfacheren Standard, die Betten sind allerdings sauber und das Personal freundlich. Es ist ein eher westlich orientiertes Hotel, da es Kaffee (richtigen Kaffee aus einer Maschine, nicht vollautomatisch) gibt und Pancakes / English Breakfast / und Müesli zum Frühstück im Angebot hat.
Ich entschied mich für Pancakes. Allerdings kommen die jeden Morgen etwas anders raus. Mal sind es Omeletten (wie wir sie in der Schweiz kennen), mal erinnern sie an wirkliche Pancakes:-). Und, um 8 Uhr Frühstück ist für die Nepali zu früh. Halb Neun ist gerade perfekt.
Glücklicherweise kam Tabea aus Okhaldunga zurück und nun wohnen wir zusammen im nanayalachhen. Zu Fuss sind es nur 10 min zum Büro, doch, ich habe aufgegeben, mir einen Weg merken zu wollen. Das Verkehrschaos ist nunglaublich! Auch kann man nicht an immer demselben Ort die Strasse überqueren, was die Orientierung erschwert.
Wir wohnen aber im historischen Viertel Patan, an der Patan Dhoka (Tor). Hier haben wir die Möglichkeit, zu Abend in einem dieser vielen kleinen Strassenrestaurants zu essen. Man halte sich aber bitte an sehr bevölkerte Lokale! Das heisst, dass das Essen einen "hohen Umschlag hat", d.h. sicher nicht lange rumliegt. Momos und fried Rice bekommt man überall, aber eben, die Leute geben den Ausschlag. Kosten: 70 Rappen für Momos und 80 Rappen für fried Rice. Also zum schreien, wie günstig (für Schweizer Verhältnisse). Für Nepali grad OK.
Etwas abseits der Strasse mit den Restaurants / Kaffees, liegt ein Wohnviertel, in welchem auch einige Tempel (budhistisch) zu finden sind. Einer davon ist wegen des Erdbebens in Trümmer und es liegen haufenweise Ziegelsteine herum, die darauf warten, wieder ins Tempelmauerwerk eingefügt zu werden. Abseits dieser Strasse, in diesem Wohnviertel, gibt es keine Touristen und man riecht auch etwas den Abwassergestank, der an unserer Strasse durch die Gerüche aus den Küchen, denke ich, überdeckt wird.
morgensfrüh riecht es bereits nach gedünstetem Gemüse und gebratenen Gewürzen. Dazu veranstalten die Vögel einen grossen Lärm, und das bereits morgens um 5. Schlafen geht trotzdem.
Ansonsten habe ich viel an meinen Hypothesen "gebastelt".
Das Nomadenleben wird auch bald weitergehen, am 17. mai reise ich in meine "Field Aea" Dailekh. Bis dahin und danach wird es sicherlich auch viel zu erzählen geben. Halte euch auf dem Laufenden.
Alles Gute.
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Samstag, 6. Mai 2017
Ankunft in Kathmandu
Namaste,
Werde den Blog auf Deutsch führen.
Erstmal zur Reise: am 2. Mai sind meine Freundin Tabea und ich wohlbehalten in Kathmandu, 1400 m.ü.m, gelandet. Das Wetter war warmund ist es auch heute noch.
Bezug des Hotels und etwas kleines zum Abendessen, nach fast 20 Stunden Reisen von Zürich! Der Flug über Dubai ist nicht zu empfehlen, lange Wartezeit und über 3 h Flug nach Kathmandu ohne Essen inbegriffen. Naja, lassen wir das.
Am nächsten Morgen wurden wir von den Helvetas-Fahrern abgeholt und zum Büro chauffiert. Ja, hier funktioniert vieles über Taxis und "Chauffeurs". Herzliches Willkommenheissen im Team und gemeinsames Mittagessen bzw. Vorstellungsrunde im Team.
Des Abends liessen Tabea und ich es uns nicht nehmen, noch dem historischen Viertel Patan einen Besuch abzustatten.
Willkommen in Kathmandu! Verkehr, Leute auf beiden Strassenseiten, schienbeinhohe Trottoirränder, Stromkabel auf dem Gehsteig ausgerollt, Gerüche nach Räucherstäbchen, Benzin, Gebackenem / Gekochtem, Nepali, Tempelglocken, Gebetsgemurrmel, Tempeltrommeln. Dies nur einige der Eindrücke.
Die Seitenstrassen sind nicht befestigt. Man stelle sich den Boden einer alten Burg vor, ohne Pflastersteine, Staubig und uneben. An den Strassenrändern werden von Schuhen (traditionellen und modernen) über farbenfrohe nepalesische Kleidung bis zu Eiscreme und Goldschmiedearbeiten so ziemlich alles angeboten. Es ist aber überhaupt nicht hektisch, doch geschäftig.
An den Häusern sehen wir auch Stützbalken, die die Häuser seit dem Erdbeben stützen. Sie sind aber so fragil an die Hauswände gelehnt, dass man den Eindruck hat, sie würden im nächsten Augenblick zusammenbrechen. Glücklicherweise nicht.
Nun bin ich alleine, Tabea ist nach Okhaldunga abgereist. Meine Abreise wird sich bis zum 16. Mai verzögern. Danach werde ich nach Dailek reisen (Westnepal).
Übrigens: Das Essen im Hotel Greenwich Village in Kathmandu ist gut, die Bedienung zuvorkommend, manchmal etwas zu zuvorkommend. Viel läuft "leider" über Augenkontakt und Gesten, was teilweise schwierig ist / war, v.a. am ersten Tag, an dem wir unser Geld in der Bank wechselten. Zum Glück war Tabea dabei und "übersetzte" mir, was kommuniziert wurde. Nun ja, wird sich schon ergeben. Immerhin reden nun die Angestellten mit mir. Die Taxifahrer allerdings noch nicht wirklich.
Und zum Schluss noch etwas Kulturelles:
Vielerorts gibt es Hausangestellte oder Köchinnen in den Büros oder in den Hotels sowieso. Diese Frauen werden "Didi" genannt =grosse Schwester, wenn sie älter sind als ich, was meistens der Fall ist.
Wenn du den Namen einer männlichen Person nicht kennst, sprichst du sie mit "Dai" =älterer Bruder oder "bhai" =jüngerer Bruder an.
Als Touristin werde ich oft als "Mam" oder "Madame" angesprochen, hui, welch eine Ehre...
Melde mich in den nächsten Tagen.
Namaste.
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Samstag, 29. April 2017
work and experiences in Nepal: Willkommen
work and experiences in Nepal: Willkommen: Hi everyone, Welcome to this blog. I'll try to Keep you up to date at least weekly about my experiences and my work (Bachelor Thesis) i...
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