Sonntag, 14. Mai 2017

2te Woche in Kathmandu / Einleben

Namasté, ich melde mich wieder. Nachdem das erste Wochenende eher einsam war, ich verbrachte dieses meistens im Hotelzimmer und ging nur zum Essen in den Speisesaal, musste ich lernen, mit dieser neuen Situation zurechtzukommen. In der Schweiz war / bin ich es mir ja gewohnt, einfach irgendwo einen Zug zu nehmen und sehr unabhängig zu reisen. Dem ist hier nicht so. Wohin, wenn ich weder Gegend noch Leute kenne? Naja, dies die Lektion des ersten, vergangenen Wochenendes. Glücklicherweise hatte ich den Mut, 2 Deutsche Touristen anzusprechen, die eben vom Everest-Trek zurückgekommen waren. Ja mei, waren das spannende Geschichten! Die Lodges dort bestehen nur aus Spanholzplatten und bei -15 Grad C wird nur abends um 5 ein Feuer, bestehend aus Yak-Dung angezündet. Also ganz schön ungemütlich. Die Luft sei aber glasklar gewesen, jedenfalls am Morgen. Nachmittags habe es sich allerdings bewölkt und es habe geschneit. Soviel zu Himalayageschichten. Zurück in Kathmandu: Die Woche begann wieder, ich wurde vom Office-Vehicle abgeholt, ins Büro chauffiert und abends wieder zurück. Am vergangenen Montagabend traf ich dann eine Nepalesin, die Freundin von Sristi, einer nepalesischen Tänzerin, die in London ihren Master in Dance anthropology macht und die ich über das Buch "Die Traumwerkstatt von Kerala" von Sabriye Tenberken kontaktiert hatte. In diesem Buch waren alle Websites und ihre Gründer aufgeführt. Nun, Kovita und ich gingen einen Tee trinken. Wir gingen vom Greenwichhotel die Strasse entlang und landeten schlussendlich in einem schummrigen, leeren Strassenlokal, welches von einem Nepalesen geführt wurde. Durch einen schmalen Eingang betraten wir diesen Raum, der von 1 oder 2-3 Tischreihen besetzt war. Wir setzten uns an die zweite Tischreihe und bestellten Chiya =Tee. Rechts von uns befand sich eine kleine Kochstelle, auf der der Wirt Fleisch und oder Gemüse zubereitete und das Ganze brutzelnd in einer Pfanne schmorte, als ein dritter Gast eintrat. Der Tee wurde uns in 2 verbeulten Blechtassen serviert. Ich nippte etwas misstrauisch daran, doch, es war Tee, und er war heiss:-). Stark gezuckert! Kovita und ich sprachen über Sristis Organisation (blindrocks) und sie erzählte etwas von sich. Als wir unseren Tee fertig getrunken hatten, verliessen wir die Gaststätte und Kovita begleitete mich zum Hotel zurück. Der Dienstag ist nur deshalb zu erwähnen, weil es mein letzter Tag im Greenwichhotel sein würde und weil das Daal am Abend, aus Linsen, sehr lecker gewürzt war, mit frischem Koreander und Ingwer. Also, man bekommt dieses Nationalgericht wirklich gern:-). Mittwochs hiess es dann packen. Ich zog in ein anderes Hotel (Nana Yala Chhen) näher beim Helvetasbüro um. Das Hotel ist von einem einfacheren Standard, die Betten sind allerdings sauber und das Personal freundlich. Es ist ein eher westlich orientiertes Hotel, da es Kaffee (richtigen Kaffee aus einer Maschine, nicht vollautomatisch) gibt und Pancakes / English Breakfast / und Müesli zum Frühstück im Angebot hat. Ich entschied mich für Pancakes. Allerdings kommen die jeden Morgen etwas anders raus. Mal sind es Omeletten (wie wir sie in der Schweiz kennen), mal erinnern sie an wirkliche Pancakes:-). Und, um 8 Uhr Frühstück ist für die Nepali zu früh. Halb Neun ist gerade perfekt. Glücklicherweise kam Tabea aus Okhaldunga zurück und nun wohnen wir zusammen im nanayalachhen. Zu Fuss sind es nur 10 min zum Büro, doch, ich habe aufgegeben, mir einen Weg merken zu wollen. Das Verkehrschaos ist nunglaublich! Auch kann man nicht an immer demselben Ort die Strasse überqueren, was die Orientierung erschwert. Wir wohnen aber im historischen Viertel Patan, an der Patan Dhoka (Tor). Hier haben wir die Möglichkeit, zu Abend in einem dieser vielen kleinen Strassenrestaurants zu essen. Man halte sich aber bitte an sehr bevölkerte Lokale! Das heisst, dass das Essen einen "hohen Umschlag hat", d.h. sicher nicht lange rumliegt. Momos und fried Rice bekommt man überall, aber eben, die Leute geben den Ausschlag. Kosten: 70 Rappen für Momos und 80 Rappen für fried Rice. Also zum schreien, wie günstig (für Schweizer Verhältnisse). Für Nepali grad OK. Etwas abseits der Strasse mit den Restaurants / Kaffees, liegt ein Wohnviertel, in welchem auch einige Tempel (budhistisch) zu finden sind. Einer davon ist wegen des Erdbebens in Trümmer und es liegen haufenweise Ziegelsteine herum, die darauf warten, wieder ins Tempelmauerwerk eingefügt zu werden. Abseits dieser Strasse, in diesem Wohnviertel, gibt es keine Touristen und man riecht auch etwas den Abwassergestank, der an unserer Strasse durch die Gerüche aus den Küchen, denke ich, überdeckt wird. morgensfrüh riecht es bereits nach gedünstetem Gemüse und gebratenen Gewürzen. Dazu veranstalten die Vögel einen grossen Lärm, und das bereits morgens um 5. Schlafen geht trotzdem. Ansonsten habe ich viel an meinen Hypothesen "gebastelt". Das Nomadenleben wird auch bald weitergehen, am 17. mai reise ich in meine "Field Aea" Dailekh. Bis dahin und danach wird es sicherlich auch viel zu erzählen geben. Halte euch auf dem Laufenden. Alles Gute.

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