Donnerstag, 28. September 2017

Nepal als "halbe" Touristin entdecken

Wie im vorhergehenden Beitrag erwähnt, haben Tabea, Asmita und ich einige Tage in Pokhara verbracht. Pokhara wird auch als "Schweiz Nepals" bezeichnet. Rund um Pokhara gibt es insgesamt 7 Seen und die Landschaft mit ihren Hügeln und Wäldern ähnelt auch etwas der Landschaft, die man in der Schweiz antreffen kann. Wir fuhren also am 22. September im Tourist Bus nach Pokhara. Allerdings nahm die Fahr 10 Stunden in Anspruc, was dann doch recht ermüdend war. Auf der Fahrt trafen wir einen Briten mit indischen Wurzeln, der sehr gesprächsfreudig war und die arme Tabea, die sich eigentlich etwas von der Hektik der letzten Tage erholen wollte, 4 Stunden lang vollquaselte. Naja, es war vielleicht nicht nur Gequasel. Er hat ihr von Pokhara und von den verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten erzählt. Nach einige Snackpausen erreichten wir endlich, gegen 17 Uhr Pokhara. Wir waren um 7 Uhr in Kathmandu losgefahren (pünktlich!), hatten aber etwa eine Stunde im Morgenstau der Hauptstadt verbracht. Unser Hotel, Hotel Asia, eine sehr gute Adresse, war herrlich! Wir hatten ein Zimmer mit Bergsicht und dies zum Preis von 1000 RS (10 FR) pro Nacht und pro Person, ohne Frühstück. Es war ein Preis, der uns eine Freundin ausgehandelt hatte. Ja, das geht hier in Nepal! Toll! Wir richteten uns ein und dann hatten wir bald einmal Hunger. So bot sich Mailiko Thakali, ein gutes Daalbhaat Restaurant, hervorragend an. Wir hatten den Tipp von einem Bekannten des Managers des Dev Guesthouse erhalten, in dem wir in Kathmandu übernachteten. Das Essen war sehr gut! Glücklich, da wir wieder einmal Reis gegessen hatten, machten wir uns auf den Heimweg, wobei wir noch eine Runde durch die Touristenmeile von Pokhara am See drehten. Am nächsten Morgen nahmen wir es gemütlich und tranken erst einen Milchtee am See, bevor wir uns weiteren Aktivitäten wittmeten. Nach dem Milchtee folgte chana (gebratene Kichererbsen), ein sehr gutes Frühstück! Die Kichererbsen werden über nacht eingeweicht und am nächsten Tag mit Chilli, Ingwer, Knoblauch und Kümmel gebraten. Dazu wird gehackte, rohe Zwiebel serviert und Tomaten Achar. Nun, nach dieser Stärkung machten Asmita und ich einen Bummel über die Touristeneinkaufsstrasse und begutachteten die Auslagen. Tabea zog sich zum Schlafen ins Hotel zurück. Des Nachmittags entschieden wir uns, die David Falls, eine "muss" Sehenswürdigkeit von Pokhara, zu besichtigen. Zudem entschlossen wir uns, dass wir nun nicht mehr die "Touristenstrasse" zum Teetrinken benutzen würden, da die verhältnissmässig teuer war. Zudem servierten die local tea shops bessere khaaja (snacks) und Tee.
David Falls sind Wasserfälle, die sich vom Seti river (weisser Fluss) in einen Felskessel ergiessen. Das Wasser verschwindet in einem Lock am Grunde des Kessels und "ward nicht mehr gesehen". Niemand weiss, wo es hingeht. Zudem gibt es ein feiner Sprühnebel, der sich aufgrund der Aufprallkraft des Wassers auf den Felsen bildet. Kombiniert mit Sonnenschein, ein herrlicher Anblick!
Danach gab's wieder Tee und wir besichtigten einen Tempel, der sich in einer Höhle befand. Die Säulen und Wände waren mit Blumenmustern und Götterfiguren verziert, die in den Stein oder aus dem Stein herausgehauen waren. Auch eine Maata (heilige Kuh) aus Stein sahen wir. Sie tronte auf einer Steinleiste an der Seite der Treppe, die in das Gewölbe hinunterführte. Wir hätten eigentlich Eintritt zahlen müssen, doch Tabea hatte ihre Ukulele (kleine Gitarre) dabei und wir sangen "Resam Firiri", ein  sehr bekanntes nepalesisches Lied. Der Eintrittswächter muss das gehört haben und liess uns ohne zahlen hinein:-).

Anschliessend trafen wir Freunde von Tabea aus Okhaldhunga. Da nun Dashain Zeit ist (das berühmte Hindufestival in Nepal um diese Zeit) gehen viele Leute in ihre Heimatdistrikte und Dörfer zurück. So kam es, dass auch ein Arbeitskollege von Tabea auf dem Weg nach Palpa Distrikt in Pokhara Halt machte. Wir trafen uns und gingen Fussball kucken:-).

Am folgenden Morgen hiess es "früh aus den Federn". Wir hatten uns mit Arbeitskollegen von Tabea verabredet, um in Sarangkot (Aussichtspunkt in Pokhara) den Sonnenaufgang zu bestaunen. Um 5 Uhr holte uns das Taxi ab und um 06:00 Uhr hatten wir Sarangkot erreicht. Die Sonne begann, die Bergkämme des Himalaya orange zu verfärben, vom See stieg feiner Nebel auf. Das Licht veränderte sich, es wurden gelb und golden und beleuchtete die Bergkette, in der sich der Machha Puchhre (fish tale mountain) befindet. Dies ist ein Berg, der die Form eines Fischschwanzes hat, jenachdem, von welcher Perspektive man ihn anschaut. Die Berghänge wurden auch langsam beleuchtet. Diese lagen zuvor shroff und steil im Schatten. Also ein herrlicher Anblick!
Wir sangen noch ein Paar Lieder und machten uns dann, nach vielen Photos selbstverständlich, auf den Abstieg und, tranken, wie könnte es nicht anders sein, Milchtee (duth chiya) in einem kleinen Kaffee. Danach ging es weiter zu einem budhistischen Tempel, auch ein sehr schöner Ort mit vielen Blumen, Gebetsmühlen und sehr friedlich.

Doch es war bereits gegen 10 Uhr und der Hunger begann uns zum Frühstück zu mahnen. So genossen wir ein reichliches indisch-nepalesisches Frühstück (Samosa Chana, RoTi Tarkari etc.) und gingen danach zum See, der direkt in Pokhara liegt. Dort mieteten wir ein Tretboot und vergnügten uns eine Stunde lang auf dem See. Das Treten war allerdings sehr anstrengend, doch wir sangen Lieder, machten Bilder und lachten viel.

Ziemlich müde von der Anstrengung verabschiedeten wir den einen Arbeitskollegen und seinen Freund, die nach Palpa weiterfuhren. Eine andere Arbeitskollegin von Tabea und eine ihrer Freundinnen, die Rezeptionistin des Hotels Asia, die uns den super Preis ausgehandelt hatte, machten sich auf den Weg mit uns zu einem weiteren See. Dabei benutzten wir den lokalen Bus, ein tolles Vergnügen! Am See allerdings ruhten wir bloss aus und taten ansonsten nicht viel. Das Wasser sah etwas aus wie jenes des Vierwaldstättersees! Grün-bläulich:-).

Erschöpft kehrten wir ins Hotel zurück. Es war ein langer Tag gewesen, doch er ging noch weiter! Um 20 Uhr waren wir zu "life music" verabredet mit den selben beiden Frauen, die uns zum See mitgenommen hatten. Asmita und ich gingen daalbhaat essen, da wir doch wieder etwas hungrig waren, trotz des reichlichen Frühstücks:-).

Das Konzert war schön, doch wir waren alle müde, da seit 5 Uhr unterwegs! So verabschiedeten wir uns nach einer Stunde wieder und gingen (Asmita, Tabea und ich) zum Hotel zurück, glücklich und singend:-).

Wir sangen "bistare, bistare" von Rohed Chhetri, ein sehr schönes Lied!

Am nächsten Tag reisten Asmita und ich nach Kathmandu zurück, beide nicht sehr fit, denn ihr war es schlecht und ich hatte einen komischen Magen seit dem Tretboot fahren. Zudem zog sich die Fahrt über 12 h in die Länge! Nun, wir erreichten Kathmandu gegen 19 Uhr abends und bekamen mit Mühe und Not noch ein Taxi.

Am Dienstag, 26. Sept, erledigten wir noch letzte Formalitäten im Büro, bevor wir mit einem herzlichen "Goodbye" von den noch anwesenden Helvetasmitarbeitenden verabschiedet wurden! Mit Pashmina Schal und Blumen!.

Gestern, 27. September, machten Tabea und ich letzte Einkäufe und am Nachmittag besuchten wir alle 3 Sristi K.C., Gründerin der Organisation "blindrocks". Es war ein sehr schönes und herzliches Treffen! Wir hatten uns alle viel zu erzählen, die Zeit ging viel zu schnell vorbei und wir benutzten lokale Transportmittel (klapprige Busse), die über die Strassen Kathmandus holpern:-). Zumindest die weiss-blauen Busse sind also ziemliche Klapperkisten! Die anderen kleinen Busse sind recht konfortabel.

Nun, heute, sind wir alle etwas schwermütig, denn der Abschied naht! Es ist nun gegen 13 h Ortszeit und wir werden gegen 14 h zum Flughafen fahren, um Bahini Asmita zu verabschieden. Unser Flug (Tabeas und miener) wird erst um 11 h abends gehen! What a long waiting time!

Dies ist's nun von Nepal gewesen, für eine Weile! Ich gehe wieder und freu mich schon drauf! Es war eine Zeit voller Abenteuer, Emotionen, lehrreichen Erfahrungen und vielen schönen Begegnungen, die ich nie vergessen werde!

Dhayaad sabailaai! Ani, pheri bhetaula.

Namaste.

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