Mittwoch, 6. September 2017

Dailekh zum Schluss nochmals abwechslungsreich

Entschuldigt mein langes Schweigen! Es wäre ja nicht so gewesen, dass ich keinen Internetzugang gehabt hätte, doch war rundherum viel los, was mich vom Schreiben abhilet. Erste Augustwoche in Dailekh (01. August bis 08. August): Nun, wir kehrten über Nepalgunj wieder nach Dailekh zurück, wo es ans Auswerten der vielen Interviews ging. Die Tage verbrachten wir, wie üblich, im Büro mit diktieren, Zahlen und weitere Daten eintragen etc. Das Ganze wurde von wenigen Spaziergängen begleitet, doch ich habe eine Art gefunden, dass mir nicht "die Decke über dem Kopf zusammenbricht". Super sind Bücher, die man schon kennt, die man aber lange nicht mehr gelesen hat, so zum Beispiel Harry Potter. So verbrachte ich die Abende vielfach mit Hörbuch-hören:-). Personell war es auch nicht gerade langweilig, da meine Assistentin, mittlerweile schon lange "Bahini" =kleine Schwester, eine Auseinandersetzung hatten. Es musste einfach mal alles raus, ws lange nicht gesagt wurde. Gut, wir lernten beide daraus und zwischendurch mal streiten ist ja auch gar nicht so schlecht :;) In der zweiten Augustwoche (8. bis 15. August) waren wir wieder einmal auf den holprigen Strassen Dailekhs unterwegs, um die hoffentlich allerletzten Interviews für die Arbeit durchzuführen. Zuguterletzt holperten wir mehr, als wir fuhren nach Naumule (Neunquellen), um ein Interview mit einem Collector zu machen. Hui, war das abenteuerlich! Die Strasse ging durch den Wald und war vom Monsunregen ziemlich aufgeweicht. Der Wagen hoppste über Schlaglöcher, fuhr schräg am etwas abgeglittenen Hang entlang und durch kleine Flüsse. Wir erreichten Naumule ohne Panne und ohne weitere Schwierigkeiten und hatten das Interview nach 45 Minuten "im Kasten" / auf Papier. Wieder zurück in Dailekh, waren wir zu nichts mehr zu gebrauchen - wir waren völlig "durchgeschüttelt"! Die Interviews in 3 anderen Dörfern erwiesen sich aufgrund der besseren Strasse (Highway) als "gemütliche Fahrt". Die dritte Augustwoche ist schnell erzählt, beinhaltete sich doch nicht viel Weiteres als Schreibarbeiten und organisieren. Doch nebenbei war in Dailekh noch allerhand los. Es war die Zeit von "Teej", einem Fest, das v.a. die Frauen in Nepal feiern. Sie tragen ihre schönsten Kleider und schweren Goldschmuck, treffen sich und tanzen und singen gemeinsam. Ursprünglich teilten sie so ihre Sorgen und Freuden. Heute kommen auch Männer, um zu zuschauen. Eine recht fröhliche Angelegenheit! Im Vorfeld des Festes wurde im August jeden Abend auf der Strasse, die durch Dailekh führt, getanzt. Auch einige aus unserem Büro gingen an diese Tanzabende. Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich und die Musik, sehr schnell und rhytmisch, regte zum Tanzen nur so an. Zudem war in der ersten Augustwoche eine Mondfinsternis, die hier in Nepal mit viel Gebeten gefeiert wird, v.a. nachts. Da in unserem Haus, wo wir übernachten, eine Frau wohnt (die Vermieterin des Zimmers), die eine Art Priesterin ist oder "knowing Lady", wie sie genannt wird, war in der Nacht der Mondfinsternis nicht wirklich an Schlaf zu denken. Zu alledem, muss ich leider sagen, war der Gesang ziemlich "falsch". Nun ja, ich verbrachte 1 oder 2 Nächte mit wenig Schlaf:-). Am Ende der 3. Augustwoche (17. bis 23. August) bereiteten wir unseren Aufenthalt in Nepalgunj vor, wo wir ein letztes Interview mit dem Landwirtschaftsbüro (DADO) durchführen würden. Wieviele Male habe ich schon "letztes Interview" geschrieben? Ja, Überraschungen kommen immer zuguterletzt. Nun, wir fuhren am 25. August nach Nepalgunj, feucht und heiss dort wie immer, und wohnten wieder im selben Zimmer im Kalpatru Hotel. Das Interview verlief gut und zur Feier des Tages machten wir einen kleinen Einkaufsbummel in Nepalgunj und tranken Kaffee und assen Kuchen:-). ja mei, das ist herrlich! Danach, am 29. August, fuhren wir nach Surkhet zurück, wo wir 4 Tage in Asmitas Zuhause verbrachten, bei sehr leckerem Essen, viel Schreiben und ansonsten einfach "gemütlichen Beisammensein". Die Zeit verging schnell und vergangenen Sonntag, 3. September, kehrten wir nach Dailekh zurück. Nun steht v.a. das Schreiben noch mehr im Vordergrund, da ich den kommenden Freitag erste Resultate präsentieren muss / darf. Gestern allerdings machten wir einen kleinen Ausflug zum Bellaspurtempel, der etwa 30 min zu Fuss vom Büro liegt. Herlich! Wir brachen um 6:30 h auf, ohne etwas gegessen zu haben, denn, wenn man in den Tempel geht, muss man nüchtern sein. Debu, unsere Köchin / Büroassistentin, kaufte einen Bhaale (lokaler Hahn) und trug ihn zum Tempel. Ich fragte, was sie mit dem ganzen Hahn machen würden. Sie schneiden ihm den Kopf ab und opfern das Blut dem dortigen Gott. Den Rest, das Fleisch, wird unter die Priester oder andere Leute verteilt. Amkommenden Samstag, 9. Sept. werden Asmita und ich Dailekh verlassen und nach Kathmandu reisen. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Male in solch kurzer Zeit ein Flugzeug benutzt. Doch es ist als sehr konfortables Transportmittel sehr schätzenswert hier! Der Monat des Abschieds hat begonnen. Etwas wehmütig ist mir schon zumute, trotzdem freue ich mich auf die Heimkehr. Der Bahini allerdings Adieu zu sagen, wird schwer... Nun wollen wir die letzten 3 Wochen noch zusammen geniessen, eine davon in den "Ferien" in Pokhara, den Rest davon in Kathmandu, wo ich noch eine Abschlusspräsentation halten "darf", bevor es zurück in die Schweiz geht.

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