Donnerstag, 21. September 2017

Adieu Dailekh, Hallo Kathmandu

Es sind wieder 2 Wochen vergangen, 2 sehr ereignisreiche Wochen. Am 7. September machten Asmita und ich uns nochmals auf den Weg, um einige letzte Informationen für die Bachelorarbeit zu sammeln. Die Berechnung der ökonomischen Kosten, die ich durchführen soll, hat sich geändert. So war es nötig, einige zusätzliche Informationen von den collectors in Dailekh zusammen zu suchen. Glücklicherweise waren die Informationen sehr einfach zu beschaffen. Zudem war in Dailekh im Büro dicke Luft. Es hatte einige Missstimmung gegeben, da sich irgendwie das Datumformat beim Ausdrucken auf einem anderen Laptop bei der einen Cheffin änderte. Die hatte das gar nicht gern und es kam leider zu relativ lauten Auseinandersetzungen. Ausserdem erfur ich, dass über mich geredet wurde und zwar Dinge, die man mir gleich hätte sagen können, anstelle Bahini das alles anhören zu lassen. Nun ja, Kinderkram, oder eben auch nicht, Kommunikationsprobleme, die es gibt oder kulturell bedingt sind, ich weiss es nicht. Nun, die Atmosphäre im Büro war geladen und nicht sehr lustig. Unter diesen Bedingungen (Gereiztheit der einen Cheffin, das Wissen, das hinter meinem Rückem gemeckert wurde, ohne es mir direkt zu sagen etc.) war das Vorbereiten der Abschlusspräsentation nicht gerade ein Vergnügen. Doch der Freitag kam, 8. Sept. und die Präsentationszeit rückte näher. Sie war auf den Nachmittag angesetzt. Doch, ich wusste nicht, dass wir im Büro keinen Projektor für die PowerPoint hatten. Als ich danach fragte hiess es, "Heute haben alle Büros geschlossen, die einen Projektor haben." Schlussendlich konnte unser Cluster Coordinator doch noch einen auftreiben und die Präsentation konnte beginnen. Allerdings war ich nicht sehr zufrieden mit dem Ganzen, schon deshalb, weil während der Präsentation dauernd reingeredet wurde und wegen Grammatikfehlern, die wegen der Eile passierten und der nicht allzu strukturierten Weise kritisiert wurde. Gut, mit solcher Kritik ist umzugehen, aber die könnte auch am Ende der Präsentation angebracht werden. Das Ganze zog sich dann während 2 Stunden hin und das Feedback am Schluss war dementsprechend. Ich weiss, dass es nicht die beste Präsentation war, doch wenig Zeit, administrative Kleinigkeiten und die ganze Diskussion um eben Kleinigkeiten, die der einen Verantwortlichen nicht sehr passten, machten es nicht einfach, eine "top Präsentation" zu verfassen. Freitagabend dann, nach der Präsentation, war es aus mit aller Beherrschung. Beim Abendessen entbrannte ein heftiger Streit, der sich bis zum nächsten Morgen hinziehen sollte. Es klang so, als müsste lang angestaute Frustration losgelassen werden. Anschuldigungen wurden laut, die nicht wirklich Sinn ergaben und allen die Lust zum Essen verdarben. Sie waren alle gegen Bahini gerichtet. So zogen wir uns schnell ins Zimmer zurück, packten unsere Sachen fertig und verliessen am 9. September, früh morgens Dailekh, leider, ohne eine richtige Aussprache. Der Streit ging weiter und es wurde leider kein Punkt gemacht. So verliessen wir eher traurig Dailekh, doch auch froh, diesem Ort den Rücken kehren zu können, der uns leider nicht sehr gastfreundlich entlassen hatte. Nach einem Tee und Kichererbsensuppe in Guranshe hielten wir noc kurz in Surkhet, um Asmitas Mutter, von meiner Seite, auf Wiedersehen (pheri bhetaula" zu sagen und ein letztes Mal ire Kochkunst zu geniessen (korela-aaluko achar, simiko daal und pharsiko munta) =Korela-Kartoffel Achar, Bohnen Daal und gekochte Kürbisblätter. Der Flug in Nepalgunj hatte natürlich Verspätung und so erreichten wir erst um 18 h unser Guesthouse in Kathmandu. Nach einem ruhigen Sonntag verbrachten wir die Tage im Büro von Helvetas, ich schrieb weiter an der Arbeit und bereitete die Präsentation fürs Food Security und Nutrition Team vor. Die Abende allerdings waren sehr schön. Wir trafen uns mit einem Freund von Asmita, assen Momos oder gingen nach dem Essen spazieren oder Kaffee trinken. Das Wetter war schön und wir genossen die Abende zusammen. An Dailekh dachten wir wehmütig zurück, da es keine wirkliche Aussprache gegeben hatte. Nun, wir werden es so belassen müssen. Ach und übrigens, in Jhamsikhel (Stadtteil von Lalitpur, nahe Kathmandu) entdeckten wir ein gutes Kaffee und eine German Bakery, die wir des Öffteren besuchen:-). Auch Tabea, die in Okhaldhunga Distrikt ihr Praktikum gemacht hat, ist nun in Kathmandu. Vergangenen Montag, 18. Sept und 20. Sept. hatten wir beide unser Debriefing bei Helvetas, welches gut über die Bühne ging. Nun haben wir etwas Ferien, es ist bereits die letzte Woche! Bevor es zurück in die Schweiz geht. Heute besuchten Tabea und ich den Durbar Square in Kathmandu. Es ist ein Platz, der von vielen Tempeln umgeben ist, die für ihre schönen Holzschnitzereien bekannt sind. Die Nevari, eine ethnische Gruppe in Nepal, sind berühmte Holzschnitzer und bekannt für ire Holzschnitzereien von Fenstern und Tempelsäulen. Wir besuchten auch das Kumari Ghar (Kumarihaus), das Haus, in dem die Kumari, eine Reinkarnation jener gleichnahmigen Göttin, gewohnt hat. Allerdings ist der ganze Platz sehr stark vom Erdbeben 2015 beschädigt worden, was v.a. daran erkannt wird, dass die Häuser teils mit Holzbalken abgestützt sind bzw. die Aussenmauern der Häuser. Ein Tempel ist fast ganz eingestürzt, Schutt und Gesteinsbrocken waren zu sehen. Es war früh morgens (gegen 9 Uhr) und so hatte es nicht viele Leute. Wir genehmigten uns einen guten Kaffee und fuhren danach zurück ins Guesthouse. In den nächsten Tagen werden Asmita, Tabea und ich in Pokhara weilen! Ich freu mich drauf.

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