Montag, 3. Juli 2017
Allerlei Erlebnisse - von Kulinarik bis Management
Na, dieser Titel lässt ja einiges an Erlebnissen erwarten. Und, in der Tat war letzte Woche vieles los.
Kulinarisches:
Die letzte Woche war deshalb besonders, da es allerlei Leckereien aus der nepalesischen Küche gab, mit dem Resultat einer Magenverstimmung meinerseits das vergangene Wochenende! Aber, nicht so schlimm, habe mich wieder erholt.
Der Trick war: Viel trinken, Fencheltee (von der Schweiz mitgenommen, zum Glück) und Jhaalo (oder so ähnlich), ein Brei aus Mungbohnen, Reis, Kartoffeln und etwas Spinatähnlichen Blättern. Dieser Brei ist sehr leicht verdaulich und hat wirklich geholfen.
Begonnen hat die vergangene Woche aber mit gebratenem Huhn am Sonntag, 24. Juni. Danach, am Dienstag, 26. Juni, gab es Suppenhuhn (local bhaale =Hahn). Das ging so vor sich:
Am 26. Juni fuhren Asmita und ich nach Rittha, wo wir die erste Interviewsession gemacht hatten, um ein Follow-up (Fragen, die später erst auftauchen) durchzuführen. Leider waren die Frauen, die wir gesucht hätten, grösstenteils nicht anwesend. So mussten wir uns mit deren 3 begnügen. Dann hatten wir vom Office den Auftrag erhalten, Bhaale mitzubringen.
Unser erster Interviewpartner liess es sich nicht nehmen, uns zu begleiten und bei verschiedenen Häusern, die lokale Hühner hielten, nachzufragen, ob sie uns einen local bhaale verkaufen würden. Und wir wurden auch schnell fündig. Die Frau, die er angesprochen hatte, suchte uns einen jungen Hahn aus. Lokale Bhaale sind rot-schwarz gefiedert und haben einen roten Kamm.
Der Bhaale wurde mit viel Zureden gefangen und von unserem Fahrer ins Auto getragen. Dort hockte er, gackerte ab und zu, verhielt sich aber ruhig.
Wir beendeten unser Follow-up und kehrten hungrig nach Dailekh zurück.
Des Abends, gegen 17 Uhr, der Bhaale hockte mitlerweile in einer Kiste und hatte die Füsse zusammengebunden, nahm unsere Köchen den Hahn zu sich, ein grosses Messer neben sich. Wir "verabschiedeten" uns vom Hahn und nach einem Schlag auf den Kopf, der den Bhaale bewusstlos machte, ging alles ganz schnell. Danach folgte überbrühen, rupfen, ausnehmen, zerteilen etc.
Ja, schon etwas komisch, das Suppenhuhn lebendig gesehen zu haben. Es verschafft aber einem einen anderen Zugang zum Fleisch-Essen, so hatte ich zumindest den Eindruck.
Am Mittwoch gab es Ziegenfleisch, ebenfalls in einer Suppe gekocht. Die Ziege war aber bereits vorher geschlachtet worden.
Gekrönt wurde diese Woche von der kulinarischen Seite her mit Ghee-reis. Reis, der gekocht und in Ghee (eine Art Butter) gebraten wird, mit Kümmel, Zwiebeln etc. Naja, das war aber zu fettig, mein Magen freute es gar nicht.
Nach einer nicht sehr schlafreichen Nacht schien sich das Ganze wieder etwas beruhigt zu haben.
Wanderung in den Midhills Nepals!
Am Freitag, 30. Juni fuhren Asmita und ich wiederum los, diesmal nach Aturali, wo wir ebenfalls ein folow-up derselben Fokusgruppendiskussion machen sollten, die wir in Rittha durchgeführt hatten.
Die Nacht zuvor hatte es aber heftig geregnet und wir wussten nicht, ob wir bis Aturali durchkommen würden, da die Strassen in immer schlechterem Zustand waren und von Erdrutschen bedroht wurden.
Nun, um 6 Uhr morgens ging die Fahrt bei sonnigem Wetter los. Wir kamen bis knapp nach Aturali. Die Strasse wurde vor einem kleinen Erdrutsch nicht mehr passierbar. Unser Fahrer hatte aber grossartiges geleistet! Alle Achtung, hier ist ein Fahrzeug lenken wirklich eine Kunst.
Wir stiegen aus und hatten nur einige Kekse gefrühstückt. Egal, das Wandern ging los!
Zu Fuss kamen wir gut voran, auch wenn Asmita sich das Gehen in solchem Gelände überhaupt nicht gewohnt ist. Wir stiegen die Strasse hinauf (den Schotterweg bessergesagt), zwischen Maisfeldern hindurch. Zwischen den Maispflanzen wird ladyfingers (Okra), Kürbis, Gurken und Sojabohnen am Rande angepflanzt. Die Strasse wandt sich serpentinenförmig den Hang hinauf, die Grillen veranstalteten ihr Morgenkonzert und ein Specht, der anders klingt als in der Schweiz, begleiteten unseren "Spaziergang / unsere kleine Wanderung).
Es war 7:30 Uhr, doch bereits sehr drückend und schwühl. Mir war es egal, ich freute mich zu sehr, wiedermal in solchem Gelände unterwegs zu sein:-).
Nach einem abenteuerlichen Aufstieg zwischen Maisfeldern hindurch, schlipfrige Erdstufen hinauf, erreichten wir das Bauernhaus, bei welchem wir die Woche zuvor so gastfreundlich empfangen worden waren. Allerdings war hier niemand zu sehen. Der Farmer hatte am Telefon, so Asmita, sehr unhöflich geklungen und nicht sehr erfreut, versprach aber, da zu sein.
Er war nicht da und jetzt? Wir stiegen ein Stück weit den Weg hinunter, den wir gekommen waren, und fanden einen anderen Farmer, den wir interviewt hatten. Er musste, wohl oder übel, als Repräsentant des ganzen Dorfes hinhalten, da alle anderen bei der Reispflanzung waren.
Nach 30 min hatten wir auch diese Interviewserie volendet und nun sind die Interviews in Dailekh abgeschlossen!
Gemeinsam mit zwei anderen Nepalesen (einer Frau und einem Mann), machten wir uns auf den Rückweg. Der eine Nepalese, der uns begleitete, fanden wir heraus, kommt aus Humla, einer Region im Nordwesten Nepals, an Tibet grenzend.
Wer übrigens mal was über ein spannendes Schulprojekt in Humla lesen will, dem empfehle ich auf:
www.headnepal.org
nachzuforschen :-)
Wir erreichten unser Auto und fuhren hungrig nach Dailekh zurück. Auf der Fahrt erhielt ich ein Telefonat von unserem Koordinator in Banke, der unsere Arbeit dort begleiten wird.
Planänderung in Kürze:
Es war geplant, am 5. Juli nach Banke zu fahren, um mit den Interviews mit den Linsen-Farmern zu beginnen. Unser Field Begleiter kann allerdings erst am 10. Juli. Ich hatte keine Lust, eine weitere Woche in Dailekh zu vertrödeln und entschied kurzerhand, die Trader Interviews in Surkhet vorzuverschieben.
Nun werden wir morgen nach Surkhet aufbrechen, in Asmitas Haus übernachten, bis am Sonntag, 10. Juli, und in der Zwischenzeit die Trader Interviews durchführen.
"Hihi, toll!", dachte ich, während wir über den Highway nach Dailekh zurückfuhren. Was haben wir mal in der WMS gelernt?
Ein Manager plant, führt durch und kontrolliert das Ergebnis danach. Steht auch so im Thommen (Wirtschaftsbuch in der HAFL). Nun, geplant hatte ich, durchgeführt hatte ich und im Rückblick musste bei der Kontrolle des Zeitplans eine Anpassung gemacht werden. Das ist doch herrlich, wenn man gebüffelte Theorie mal in der Praxis anwenden kann.
Nun, soviel zur letzten Woche. Gesund bin ich nun wieder:-)
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