Montag, 5. Juni 2017
ÖV System zum Zweiten und Kleinigkeiten
Namasté,
18 Uhr Ortszeit und ein Sommergewitter mit heftigem Regen geht über Dailekh nieder.
Es hatte bereits vergangene Nacht geregnet, nachdem die vergangenen 2 Tage drückend heiss gewesen waren.
Ich verbrachte das Wochenende wiederum in Surkhet bei der Familie meiner Bahini und möchte euch noch etwas genauer übers Nepalesische Bussystem berichten.
Am Freitag, 02. Juni, fuhren wir am Nachmittag nach Surkhet. Das Wetter war bereits sehr warm und ich gönnte mir noch einen Kaffee, bevor wir den Bus nahmen. Das funktionierte folgendermassen.
Debu Didi hatte uns einen Bus herausgesucht / sich erkundigt. Dieser fuhr um 13 Uhr, nahe beim Office. Wir gingen also um 12:45 h dorthin und stzten und auf eine Bank, um zu warten. Warten mussten wir hier glücklicherweise nicht lange. Ein Fahrer war bald da und wir bestiegen den kleinen, engen Bus mit einer grossen Tasche, die unsere Habseeligkeiten beinhaltete. Nach einigem Hin und Her ging die Fahrt los. Es waren 2 Fahrer dabei.
Der eine Dai fuhr, der andere Dai klopfte in einer bestimmten Code-Sprache auf die Autohaube und rief: "Ah, Surkhet, Durkhet!". Das Gefährt rollte langsam die holprige Dorfstrasse entlang und ich hatte das Gefühl, dem Ton nach müsse sich der Beifahrer ziemlich weit aus dem Auto gelehnt haben oder irgendwie auf dem Trittbrett mitfahren, denn die Stimme kam immer wieder von aussen. Es stiegen auch immer mehr Leute ein.
Wir erreichten den Busparkplatz und warteten ca. 30 min dort, bevor die Fahrt wirklich losging. Es war sehr heiss und die Enge im Bus trug nicht gerade zu einer angenehmen Fahrtatmosphäre bei. Nun, endlich ging die Fahrt los. Der Beifahrer Dai klopfte 4 mal "bum bum, bum bum" auf die Autohaube und es ging los. Unterwegs stiegen noch einige Kinder zuderen Mutter den Fahrer warnte, dass ihnen schlecht werden würde. Oh, was für ein Vergnügen! ...
Da die Fenster offen waren, kam zumindest frische, aber staubige Luft hinein, was die Fahrt etwas erfrischender machte. Ich freute mich auf Gruanse, ist es doch dort oben immer angenehm kühl (für Schweizer Verhältnisse), für Nepalesische kalt (wenn man aus Surkhet kommt).
Einmal klopfen auf die Fahrerhaube heist "halt". So stiegen hie und da Leute ein und aus und wir erreichten Surkhet nach 3.5 h Fahrt.
Wenn man nach Guranse in Richtung Surkhet Valley hinunterfährt, geht es zuerst in einen Wald. Grillen zirrpten und wir hielten, um einen "Toilettenhalt" einzulegen. Dann ging die Fahrt weiter und nach dem Wald und einigen Kurven breitete sich das Tal rechts von uns aus. Es ist bewaldet und breit, man sieht Häuser und den Fluss, der durchs Tal fliesst. (Beschreiung von Asmita).
Surkhet empfieng uns tropisch feucht und heiss! Die Hitze erschlug uns fast. Wir gingen zu Asmitas Haus und ich lernte auch noch ihre Grossmutter (Hajur Ama" kennen. Sie trug einen Doti (Wickelrock), üblich für traditionell gekleidete, ältere Frauen in Nepal.
Wir stärkten uns mit Mango und Aaru Pokhara (Pflaumen) und ruhten uns aus. Asmitas Mutter kam spät und holte sich eine Schimpftirrade ihrer Tochter ein, denn Frauen kommen nicht nach 8 Uhr Abends nach Hause, normalerweise, und informieren ihre Familienangehörigen, wo sie sind und wann sie kommen.
Nun, Asmitas Mutter hatte es eben diesmal vergessen. Für mich nicht sehr schlimm, für Asmita ein Grund zur Schelte.
Wir assen Daalbhaat und legten uns alsbald schlafen.
Ich verbrachte eine schlechte Nacht, nicht nur wegen der Hitze, auch wegen des lauten Hundegebells, das mich um 4 Uhr morgens aus dem Schlaf riss und bis 5 Uhr andauerte. Danach war an Schlaf nicht mehr wirklich zu denken.
Asmita lernte den ganzen Tag immer wieder einmal, wir tranken Tee zum Frühstück und es gab wieder Daalbhaat mit Ziegenfleischsuppe. Als Zwischenmalzeit gab es Ziegenfleischmomos, die in einer Suppe gekocht worden waren.
Alles sehr lecker, doch etwas viel bei dieser Hitze! Naja.
Des Nachmittags taten wir nicht viel anderes, als Siesta zu machen. Es war einfach zu heiss draussen. Abends dann kühlte es ab und wir machten uns auf zum Bazar, um Gemüse und noch einige andere Kleinigkeiten einzukaufen.
Dabei lernte ich "daude", ein nepalesisches Gemüse kennen, dessen Deutschen Namen ich nicht weiss. Es ist grün, aber gerollt wie eine Krevette. Ja, das ist die naheste Beschreibung, die mir in den Sinn kommt. Schmecken tut das Ganze aber wie Gemüse! Keine Sorge :-).
Den folgenden Tag verbrachten wir ähnlich, aber mit dem Unterschied, das Asmita eine Prüfung hatte und nicht viel schlief in der Nacht auf den Sonntag. ich blieb mit ihrer Mutter zu Hause und hatte die Gelegenheit mein Nepali in die Tat um zu setzen. Ire Mutter spricht kein Englisch, doch ich war überrascht, wie gut wir uns verstanden. Das relativ intensive Nepali-Studium neben der Schule in der Schweiz hatte sich also gelohnt.
Nach dem Essen machten wir uns langsam bereit, wieder nach Dailekh zu fahren und nahmen den Bus um 14 Uhr.
Dieses Mal allerdings, liess uns der Busfahrer 45 min in der Hitze stehen. Er tauchte einfach nicht auf. Die Fahrgäste wurden ungeduldig. Es war drückend heiss und er kam und kam nicht. Dann, endlich, ging es los. Der Fahrer hielt aber einige Minuten später wieder, aus unerklärlichen Gründen, und so ging es weiter bis nach Guranse. Dort legten wir einen Tee-Stop ein, doch weder Asmita, noch ich hatten lust, auszusteigen.
Danach schlief ich immer wieder ein und wir erreichten nach 4 Stunden endlich Dailekh, staubig, müde und verschwitzt.
Hier kann wirklich die Geste "sich den Reisestaub vom Gesicht waschen" verwendet werden! Glücklicherweise trugen wir eine Maske, welche unsere Lungen vor dem Gröbsten Staub verschonte.
Vergangene Woche tat ich nicht viel Spezielles, ausser meine verbleibenden 4 Monate zu planen und Literatur zu lesen.
Diese Woche wird es am Freitag, 9. Juni, mit den Interviews endlich losgehen! Eine letzte Besprechung heute und eine letzte Anpassung des Fragebogens, sowie die Erstellung eines answer Sheets für die Analyse stehen noch an.
Ansonsten regnet es jetzt immernoch und wir sehen, wie das Wetter die Woche wird.
Grüsse und bis nächste Woche.
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