Montag, 22. Mai 2017

Landlebeln, Kulturschock und Religiöses

Salut, Nun, es ist wieder eine Woche vorbei und ich habe eine ganze Menge erlebt, der Titel sagt es schon aus. Nachdem ich die Hypothesenarbeiten bis am Dienstag, 16. Mai abgeschlossen hatte, hiesses packen, da am 17. mai der Flug nach Nepalgunj, nahe der Indischen Grenze, anstand. Doch der Dienstagabend im Nanayalachhen Hotel entpuppte sich als ein "international dinner", was mir den Abschied etwas schwer machte. Tabea und ich hatten im Hotel einen Inder und eine Französin kennengelernt. Nun, als ich am angesprochenen Abend zur Rezeption ging, um einen Kaffee zu holen, was ich schlussendlich bleiben liess, traf ich den Inder und die Französin. Auch die Französin fuhr am 17. Mai nach Frankreich zurück. Sie freute sich sehr, war ihr doch das ganze Leben in Nepal "zu staubig und zu laut und das Essen zu würzig". Sie sagte mir, das eben auch eine andere Französin ins Hotel eingezogen sei und dass sie mit ihr zu Abend essen würde, ob ich auch dabei sein wollte. Eine Deutsche Touristin würde sich uns anschliessen, ebenso ein Nepali Guide, der die erste Französin recht lange begleitet hatte. So bestand unsere internationale Gesellschaft schlussendlich aus einer Schweizerin, einer Deutschen, 2 Französinnen, einem Inder und einem Nepali. Wie schön! Wir hatten einen gemütlichen Abend und eine dementsprechend kurze Nacht, da mich der Wecker um 4:30 Uhr am 17. Mai aus dem Schlaf riss. Ich frühstückte kurz, trank einen Kaffee und etwas nach 6 Uhr holte mich das Helvetasauto ab und fuhr mit mir zum Flughafen. Auf der Fahrt dorthin holten wir noch einen anderen Helvetasmitarbeitenden ab, der mit mir reisen würde. Die Flughafenformalitäten gingen relativ rasch und mit der üblichen Nepalesischen Verspätung hoben wir ab und flogen Richtung Westen. Allerdings landeten wir in einem anderen Flughafen, da es in Nepalgunj aufgrund von Unwettern nicht möglich war, zu landen. Wir warteten etwa 30 min im stickigen Flugzeug, Bezingestank drang von aussen hinein. Endlich ging der Flug weiter, rüttelte aber dementsprechend! Irgendwann mussten wir das Annapurnamassiv gekreuzt haben, denn ich hörte Fotoaparate klicken. Etwas dösig, träumte ich irgendetwas und schreckte auf, als das Flugzeug sich zur Landung neigte und es, eben, kräftig zu schütteln und rütteln begann. War ich froh, erreichten wir den Boden heil. Dann ging die Rütteltour aber auch schon weiter. Man glaube nicht, dass die Strasseninfrastruktur sehr gut ist. Einige Strassen sind befestigt, aber sehr dürftig. Die Autos müssen eine gute Stossdämpfung haben! Und auch zum Sitzen, nicht besonders angenehm. Nepalgunj liegt im Terai, im Tiefland Nepals. Es war heiss und eher feucht. Wir fuhren los und nahmen unterwegs nach Surkhet, das etwas in den Hügeln liegt, noch einen anderen Helvetasmitarbeiter und eine Nepalesin mit, welche meine lokale "Cheffin" Shilpa kannte / mit ihr verwandt ist. Die Strasse stieg ziemlich schnell an und wandt sich, wie eine Alpenstrasse, durch ein schönes Waldgebiet (Bardiya National Park), wie sie mir im Auto erklärten, den Hügel hinauf. Die erste Hügelkette war überwunden, es folgte eine Zweite und nach etwa 4 stündiger Fahrt erreichten wir Surkhet. Dort gibt es auch ein Helvetasbüro, in welchem unsere 2 Helvetasmitarbeitenden tätig sind. Wir wurden mit Daal Bhaat Tarkari (Daal mit Reis und Gemüse) bewirtet. Dann ging die Fahrt weiter, wobei wir meine Assistentin auch abholten, die von Surkhet ist. So fuhren wir, 2 Nepalesinnen, ich und der Fahrer) weiter die Hügel in Richtung Dailekh hinauf. Es wurde fröhlich geplaudert, auf Nepali, wovon ich nicht einen Viertel mitkriegte und etwas auf Englisch, wenn ich mich am Gespräch beteiligte. In Guranse (siehe Guranse Tea), heilten wir. Das Dorf bestand aus kleinen "Cottages", die mich etwas an Alphütten in der Schweiz erinnerten. Wir rasteten in einer solchen Hütte / einem solchen Haus und tranken süssen Milchtee und Selrotti (ein ringförmiges Gebäck aus Ghee =Butter, Reismehl und Wasser, fritiert). Danach ging die Fahrt weiter, durch bewaldetes Hügelland, der Abenddämmerung entgegen, über kleinere Wasserläufe, durch Dörfer, wo Kühe und Ziegen auf dem Fahrweg frei herum spazierten und weiter den Hügel hinauf und die Hügel hinab. Endlich, um 19 Uhr erreichten wir Dailekh. Völlig "gerädert", stiegen wir aus dem Fahrzeug aus und wurden von der dortigen Helvetas-Crew herzlich in Empfang genommen. Shilpa, Ji, Padma Sir und Bina Ji sowie Debhu Didi bewohnen das Helvetas Office. Hier essen wir alle zusammen und arbeiten. Wohen tun wir in Räumen, welche sich übers Dorf verteilen. Der nächste Tag war Arbeit an meinen Fragebögen. Das Essen ist sehr gut hier, einfach, aber reichhaltig. Unser Zimmer (ich wohne mit Asmita Bahini, meiner Asistentin), besitzt 2 Betten, einen Stuhl, eine angeschlossene Toilette (asiatischer Art) und einige Nägel an der Wand, die Asmita eingeschlagen hatte. Ansonsten ist das Zimmer leer, aber sauber und wohnlich. Neben all diesen Eindrücken, habe ich noch vergessen, das Dorf zu beschreiben. Es ist ein Strassendorf, links und rechts ziehen sich Häuserreihen entlang, es gibt kleine Läden, die von Obst und Gemüse, über Apotheken und Schneider alles beherbergen. Die Lebensweise ist einfach, man wäscht draussen unter einem Schlauch ab und hängt auch die Wäshce draussen auf. Das Klima ist warm, aber trockener als in Kathmandu. Englisch können hier nicht mehr viele, ein Ansporn mehr, Nepali besser zu lernen. Das Dorf bettet sich in die hügelige Landschaft Nepals ein und am Morgen früh sieht man den Nebel, der sich an die Berghänge "drückt" und langsam der höhersteigenden Sonne weicht. Die Strassen sind grösstenteils unbefestigt, was bedeutet, dass es ganz schön matschig wird, wenn es mal regnet, was es bereits schon getan hat. Und nun fragt man sich vielleicht, weshalb Kultuschock? naja, ich hatte das Gefühl, etwa 50 Jahre in der Zeit zurückgewandert zu sein und das noch verbunden mit etwas Heimwehgefühlen, machte es die ersten Tage nicht einfach, sich einzuleben. Auch aus diesem Grund nicht, weilman als Gast "nichts" machen darf. Eigentlich, helfen kann ich in der Küche nicht, auskennen tue ich mich im Dorf nicht und so bleibt nicht viel zu tun, als an meiner Arbeit zu arbeiten und versuchen, die neue Situation zu akzeptieren. Hier möchte ich nicht ausführlicher werden, sonst wird es zu emotional. Das vergangene Wochenende allerdings, führte mich etwas näher ans religiöse Leben der Nepali: In Dailekh gibt es einen Tempel, der sich auf einem Hügel über dem Dorf erhebt. Samstags, 20. mai) brachen wir Frauen dorthin auf und besuchten in. Am Sonntag besuchten wir Sristan und Navistan, ebenfalls 2 sehr berühmte Tempel. Alle 3 sehr schöne Orte! Teils von Mangobäumen, teils von Bananenbäumen beschattet, an Flussläufen gelegen. So, das wars für den Moment.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen