Wie im vorhergehenden Beitrag erwähnt, haben Tabea, Asmita und ich einige Tage in Pokhara verbracht. Pokhara wird auch als "Schweiz Nepals" bezeichnet. Rund um Pokhara gibt es insgesamt 7 Seen und die Landschaft mit ihren Hügeln und Wäldern ähnelt auch etwas der Landschaft, die man in der Schweiz antreffen kann.
Wir fuhren also am 22. September im Tourist Bus nach Pokhara. Allerdings nahm die Fahr 10 Stunden in Anspruc, was dann doch recht ermüdend war. Auf der Fahrt trafen wir einen Briten mit indischen Wurzeln, der sehr gesprächsfreudig war und die arme Tabea, die sich eigentlich etwas von der Hektik der letzten Tage erholen wollte, 4 Stunden lang vollquaselte. Naja, es war vielleicht nicht nur Gequasel. Er hat ihr von Pokhara und von den verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten erzählt. Nach einige Snackpausen erreichten wir endlich, gegen 17 Uhr Pokhara. Wir waren um 7 Uhr in Kathmandu losgefahren (pünktlich!), hatten aber etwa eine Stunde im Morgenstau der Hauptstadt verbracht.
Unser Hotel, Hotel Asia, eine sehr gute Adresse, war herrlich! Wir hatten ein Zimmer mit Bergsicht und dies zum Preis von 1000 RS (10 FR) pro Nacht und pro Person, ohne Frühstück. Es war ein Preis, der uns eine Freundin ausgehandelt hatte. Ja, das geht hier in Nepal! Toll!
Wir richteten uns ein und dann hatten wir bald einmal Hunger. So bot sich Mailiko Thakali, ein gutes Daalbhaat Restaurant, hervorragend an. Wir hatten den Tipp von einem Bekannten des Managers des Dev Guesthouse erhalten, in dem wir in Kathmandu übernachteten. Das Essen war sehr gut! Glücklich, da wir wieder einmal Reis gegessen hatten, machten wir uns auf den Heimweg, wobei wir noch eine Runde durch die Touristenmeile von Pokhara am See drehten.
Am nächsten Morgen nahmen wir es gemütlich und tranken erst einen Milchtee am See, bevor wir uns weiteren Aktivitäten wittmeten. Nach dem Milchtee folgte chana (gebratene Kichererbsen), ein sehr gutes Frühstück! Die Kichererbsen werden über nacht eingeweicht und am nächsten Tag mit Chilli, Ingwer, Knoblauch und Kümmel gebraten. Dazu wird gehackte, rohe Zwiebel serviert und Tomaten Achar.
Nun, nach dieser Stärkung machten Asmita und ich einen Bummel über die Touristeneinkaufsstrasse und begutachteten die Auslagen. Tabea zog sich zum Schlafen ins Hotel zurück. Des Nachmittags entschieden wir uns, die David Falls, eine "muss" Sehenswürdigkeit von Pokhara, zu besichtigen. Zudem entschlossen wir uns, dass wir nun nicht mehr die "Touristenstrasse" zum Teetrinken benutzen würden, da die verhältnissmässig teuer war. Zudem servierten die local tea shops bessere khaaja (snacks) und Tee.
David Falls sind Wasserfälle, die sich vom Seti river (weisser Fluss) in einen Felskessel ergiessen. Das Wasser verschwindet in einem Lock am Grunde des Kessels und "ward nicht mehr gesehen". Niemand weiss, wo es hingeht. Zudem gibt es ein feiner Sprühnebel, der sich aufgrund der Aufprallkraft des Wassers auf den Felsen bildet. Kombiniert mit Sonnenschein, ein herrlicher Anblick!
Danach gab's wieder Tee und wir besichtigten einen Tempel, der sich in einer Höhle befand. Die Säulen und Wände waren mit Blumenmustern und Götterfiguren verziert, die in den Stein oder aus dem Stein herausgehauen waren. Auch eine Maata (heilige Kuh) aus Stein sahen wir. Sie tronte auf einer Steinleiste an der Seite der Treppe, die in das Gewölbe hinunterführte. Wir hätten eigentlich Eintritt zahlen müssen, doch Tabea hatte ihre Ukulele (kleine Gitarre) dabei und wir sangen "Resam Firiri", ein sehr bekanntes nepalesisches Lied. Der Eintrittswächter muss das gehört haben und liess uns ohne zahlen hinein:-).
Anschliessend trafen wir Freunde von Tabea aus Okhaldhunga. Da nun Dashain Zeit ist (das berühmte Hindufestival in Nepal um diese Zeit) gehen viele Leute in ihre Heimatdistrikte und Dörfer zurück. So kam es, dass auch ein Arbeitskollege von Tabea auf dem Weg nach Palpa Distrikt in Pokhara Halt machte. Wir trafen uns und gingen Fussball kucken:-).
Am folgenden Morgen hiess es "früh aus den Federn". Wir hatten uns mit Arbeitskollegen von Tabea verabredet, um in Sarangkot (Aussichtspunkt in Pokhara) den Sonnenaufgang zu bestaunen. Um 5 Uhr holte uns das Taxi ab und um 06:00 Uhr hatten wir Sarangkot erreicht. Die Sonne begann, die Bergkämme des Himalaya orange zu verfärben, vom See stieg feiner Nebel auf. Das Licht veränderte sich, es wurden gelb und golden und beleuchtete die Bergkette, in der sich der Machha Puchhre (fish tale mountain) befindet. Dies ist ein Berg, der die Form eines Fischschwanzes hat, jenachdem, von welcher Perspektive man ihn anschaut. Die Berghänge wurden auch langsam beleuchtet. Diese lagen zuvor shroff und steil im Schatten. Also ein herrlicher Anblick!
Wir sangen noch ein Paar Lieder und machten uns dann, nach vielen Photos selbstverständlich, auf den Abstieg und, tranken, wie könnte es nicht anders sein, Milchtee (duth chiya) in einem kleinen Kaffee. Danach ging es weiter zu einem budhistischen Tempel, auch ein sehr schöner Ort mit vielen Blumen, Gebetsmühlen und sehr friedlich.
Doch es war bereits gegen 10 Uhr und der Hunger begann uns zum Frühstück zu mahnen. So genossen wir ein reichliches indisch-nepalesisches Frühstück (Samosa Chana, RoTi Tarkari etc.) und gingen danach zum See, der direkt in Pokhara liegt. Dort mieteten wir ein Tretboot und vergnügten uns eine Stunde lang auf dem See. Das Treten war allerdings sehr anstrengend, doch wir sangen Lieder, machten Bilder und lachten viel.
Ziemlich müde von der Anstrengung verabschiedeten wir den einen Arbeitskollegen und seinen Freund, die nach Palpa weiterfuhren. Eine andere Arbeitskollegin von Tabea und eine ihrer Freundinnen, die Rezeptionistin des Hotels Asia, die uns den super Preis ausgehandelt hatte, machten sich auf den Weg mit uns zu einem weiteren See. Dabei benutzten wir den lokalen Bus, ein tolles Vergnügen! Am See allerdings ruhten wir bloss aus und taten ansonsten nicht viel. Das Wasser sah etwas aus wie jenes des Vierwaldstättersees! Grün-bläulich:-).
Erschöpft kehrten wir ins Hotel zurück. Es war ein langer Tag gewesen, doch er ging noch weiter! Um 20 Uhr waren wir zu "life music" verabredet mit den selben beiden Frauen, die uns zum See mitgenommen hatten. Asmita und ich gingen daalbhaat essen, da wir doch wieder etwas hungrig waren, trotz des reichlichen Frühstücks:-).
Das Konzert war schön, doch wir waren alle müde, da seit 5 Uhr unterwegs! So verabschiedeten wir uns nach einer Stunde wieder und gingen (Asmita, Tabea und ich) zum Hotel zurück, glücklich und singend:-).
Wir sangen "bistare, bistare" von Rohed Chhetri, ein sehr schönes Lied!
Am nächsten Tag reisten Asmita und ich nach Kathmandu zurück, beide nicht sehr fit, denn ihr war es schlecht und ich hatte einen komischen Magen seit dem Tretboot fahren. Zudem zog sich die Fahrt über 12 h in die Länge! Nun, wir erreichten Kathmandu gegen 19 Uhr abends und bekamen mit Mühe und Not noch ein Taxi.
Am Dienstag, 26. Sept, erledigten wir noch letzte Formalitäten im Büro, bevor wir mit einem herzlichen "Goodbye" von den noch anwesenden Helvetasmitarbeitenden verabschiedet wurden! Mit Pashmina Schal und Blumen!.
Gestern, 27. September, machten Tabea und ich letzte Einkäufe und am Nachmittag besuchten wir alle 3 Sristi K.C., Gründerin der Organisation "blindrocks". Es war ein sehr schönes und herzliches Treffen! Wir hatten uns alle viel zu erzählen, die Zeit ging viel zu schnell vorbei und wir benutzten lokale Transportmittel (klapprige Busse), die über die Strassen Kathmandus holpern:-). Zumindest die weiss-blauen Busse sind also ziemliche Klapperkisten! Die anderen kleinen Busse sind recht konfortabel.
Nun, heute, sind wir alle etwas schwermütig, denn der Abschied naht! Es ist nun gegen 13 h Ortszeit und wir werden gegen 14 h zum Flughafen fahren, um Bahini Asmita zu verabschieden. Unser Flug (Tabeas und miener) wird erst um 11 h abends gehen! What a long waiting time!
Dies ist's nun von Nepal gewesen, für eine Weile! Ich gehe wieder und freu mich schon drauf! Es war eine Zeit voller Abenteuer, Emotionen, lehrreichen Erfahrungen und vielen schönen Begegnungen, die ich nie vergessen werde!
Dhayaad sabailaai! Ani, pheri bhetaula.
Namaste.
Donnerstag, 28. September 2017
Donnerstag, 21. September 2017
Adieu Dailekh, Hallo Kathmandu
Es sind wieder 2 Wochen vergangen, 2 sehr ereignisreiche Wochen.
Am 7. September machten Asmita und ich uns nochmals auf den Weg, um einige letzte Informationen für die Bachelorarbeit zu sammeln. Die Berechnung der ökonomischen Kosten, die ich durchführen soll, hat sich geändert. So war es nötig, einige zusätzliche Informationen von den collectors in Dailekh zusammen zu suchen. Glücklicherweise waren die Informationen sehr einfach zu beschaffen.
Zudem war in Dailekh im Büro dicke Luft. Es hatte einige Missstimmung gegeben, da sich irgendwie das Datumformat beim Ausdrucken auf einem anderen Laptop bei der einen Cheffin änderte. Die hatte das gar nicht gern und es kam leider zu relativ lauten Auseinandersetzungen. Ausserdem erfur ich, dass über mich geredet wurde und zwar Dinge, die man mir gleich hätte sagen können, anstelle Bahini das alles anhören zu lassen. Nun ja, Kinderkram, oder eben auch nicht, Kommunikationsprobleme, die es gibt oder kulturell bedingt sind, ich weiss es nicht. Nun, die Atmosphäre im Büro war geladen und nicht sehr lustig. Unter diesen Bedingungen (Gereiztheit der einen Cheffin, das Wissen, das hinter meinem Rückem gemeckert wurde, ohne es mir direkt zu sagen etc.) war das Vorbereiten der Abschlusspräsentation nicht gerade ein Vergnügen. Doch der Freitag kam, 8. Sept. und die Präsentationszeit rückte näher. Sie war auf den Nachmittag angesetzt. Doch, ich wusste nicht, dass wir im Büro keinen Projektor für die PowerPoint hatten. Als ich danach fragte hiess es, "Heute haben alle Büros geschlossen, die einen Projektor haben." Schlussendlich konnte unser Cluster Coordinator doch noch einen auftreiben und die Präsentation konnte beginnen.
Allerdings war ich nicht sehr zufrieden mit dem Ganzen, schon deshalb, weil während der Präsentation dauernd reingeredet wurde und wegen Grammatikfehlern, die wegen der Eile passierten und der nicht allzu strukturierten Weise kritisiert wurde. Gut, mit solcher Kritik ist umzugehen, aber die könnte auch am Ende der Präsentation angebracht werden. Das Ganze zog sich dann während 2 Stunden hin und das Feedback am Schluss war dementsprechend.
Ich weiss, dass es nicht die beste Präsentation war, doch wenig Zeit, administrative Kleinigkeiten und die ganze Diskussion um eben Kleinigkeiten, die der einen Verantwortlichen nicht sehr passten, machten es nicht einfach, eine "top Präsentation" zu verfassen.
Freitagabend dann, nach der Präsentation, war es aus mit aller Beherrschung. Beim Abendessen entbrannte ein heftiger Streit, der sich bis zum nächsten Morgen hinziehen sollte. Es klang so, als müsste lang angestaute Frustration losgelassen werden. Anschuldigungen wurden laut, die nicht wirklich Sinn ergaben und allen die Lust zum Essen verdarben. Sie waren alle gegen Bahini gerichtet. So zogen wir uns schnell ins Zimmer zurück, packten unsere Sachen fertig und verliessen am 9. September, früh morgens Dailekh, leider, ohne eine richtige Aussprache. Der Streit ging weiter und es wurde leider kein Punkt gemacht.
So verliessen wir eher traurig Dailekh, doch auch froh, diesem Ort den Rücken kehren zu können, der uns leider nicht sehr gastfreundlich entlassen hatte.
Nach einem Tee und Kichererbsensuppe in Guranshe hielten wir noc kurz in Surkhet, um Asmitas Mutter, von meiner Seite, auf Wiedersehen (pheri bhetaula" zu sagen und ein letztes Mal ire Kochkunst zu geniessen (korela-aaluko achar, simiko daal und pharsiko munta) =Korela-Kartoffel Achar, Bohnen Daal und gekochte Kürbisblätter.
Der Flug in Nepalgunj hatte natürlich Verspätung und so erreichten wir erst um 18 h unser Guesthouse in Kathmandu.
Nach einem ruhigen Sonntag verbrachten wir die Tage im Büro von Helvetas, ich schrieb weiter an der Arbeit und bereitete die Präsentation fürs Food Security und Nutrition Team vor. Die Abende allerdings waren sehr schön. Wir trafen uns mit einem Freund von Asmita, assen Momos oder gingen nach dem Essen spazieren oder Kaffee trinken. Das Wetter war schön und wir genossen die Abende zusammen. An Dailekh dachten wir wehmütig zurück, da es keine wirkliche Aussprache gegeben hatte. Nun, wir werden es so belassen müssen.
Ach und übrigens, in Jhamsikhel (Stadtteil von Lalitpur, nahe Kathmandu) entdeckten wir ein gutes Kaffee und eine German Bakery, die wir des Öffteren besuchen:-). Auch Tabea, die in Okhaldhunga Distrikt ihr Praktikum gemacht hat, ist nun in Kathmandu.
Vergangenen Montag, 18. Sept und 20. Sept. hatten wir beide unser Debriefing bei Helvetas, welches gut über die Bühne ging. Nun haben wir etwas Ferien, es ist bereits die letzte Woche! Bevor es zurück in die Schweiz geht.
Heute besuchten Tabea und ich den Durbar Square in Kathmandu. Es ist ein Platz, der von vielen Tempeln umgeben ist, die für ihre schönen Holzschnitzereien bekannt sind. Die Nevari, eine ethnische Gruppe in Nepal, sind berühmte Holzschnitzer und bekannt für ire Holzschnitzereien von Fenstern und Tempelsäulen. Wir besuchten auch das Kumari Ghar (Kumarihaus), das Haus, in dem die Kumari, eine Reinkarnation jener gleichnahmigen Göttin, gewohnt hat. Allerdings ist der ganze Platz sehr stark vom Erdbeben 2015 beschädigt worden, was v.a. daran erkannt wird, dass die Häuser teils mit Holzbalken abgestützt sind bzw. die Aussenmauern der Häuser. Ein Tempel ist fast ganz eingestürzt, Schutt und Gesteinsbrocken waren zu sehen. Es war früh morgens (gegen 9 Uhr) und so hatte es nicht viele Leute.
Wir genehmigten uns einen guten Kaffee und fuhren danach zurück ins Guesthouse.
In den nächsten Tagen werden Asmita, Tabea und ich in Pokhara weilen! Ich freu mich drauf.
Mittwoch, 6. September 2017
Dailekh zum Schluss nochmals abwechslungsreich
Entschuldigt mein langes Schweigen! Es wäre ja nicht so gewesen, dass ich keinen Internetzugang gehabt hätte, doch war rundherum viel los, was mich vom Schreiben abhilet.
Erste Augustwoche in Dailekh (01. August bis 08. August):
Nun, wir kehrten über Nepalgunj wieder nach Dailekh zurück, wo es ans Auswerten der vielen Interviews ging. Die Tage verbrachten wir, wie üblich, im Büro mit diktieren, Zahlen und weitere Daten eintragen etc. Das Ganze wurde von wenigen Spaziergängen begleitet, doch ich habe eine Art gefunden, dass mir nicht "die Decke über dem Kopf zusammenbricht".
Super sind Bücher, die man schon kennt, die man aber lange nicht mehr gelesen hat, so zum Beispiel Harry Potter. So verbrachte ich die Abende vielfach mit Hörbuch-hören:-).
Personell war es auch nicht gerade langweilig, da meine Assistentin, mittlerweile schon lange "Bahini" =kleine Schwester, eine Auseinandersetzung hatten. Es musste einfach mal alles raus, ws lange nicht gesagt wurde. Gut, wir lernten beide daraus und zwischendurch mal streiten ist ja auch gar nicht so schlecht :;)
In der zweiten Augustwoche (8. bis 15. August) waren wir wieder einmal auf den holprigen Strassen Dailekhs unterwegs, um die hoffentlich allerletzten Interviews für die Arbeit durchzuführen. Zuguterletzt holperten wir mehr, als wir fuhren nach Naumule (Neunquellen), um ein Interview mit einem Collector zu machen.
Hui, war das abenteuerlich! Die Strasse ging durch den Wald und war vom Monsunregen ziemlich aufgeweicht. Der Wagen hoppste über Schlaglöcher, fuhr schräg am etwas abgeglittenen Hang entlang und durch kleine Flüsse. Wir erreichten Naumule ohne Panne und ohne weitere Schwierigkeiten und hatten das Interview nach 45 Minuten "im Kasten" / auf Papier.
Wieder zurück in Dailekh, waren wir zu nichts mehr zu gebrauchen - wir waren völlig "durchgeschüttelt"! Die Interviews in 3 anderen Dörfern erwiesen sich aufgrund der besseren Strasse (Highway) als "gemütliche Fahrt".
Die dritte Augustwoche ist schnell erzählt, beinhaltete sich doch nicht viel Weiteres als Schreibarbeiten und organisieren.
Doch nebenbei war in Dailekh noch allerhand los. Es war die Zeit von "Teej", einem Fest, das v.a. die Frauen in Nepal feiern. Sie tragen ihre schönsten Kleider und schweren Goldschmuck, treffen sich und tanzen und singen gemeinsam. Ursprünglich teilten sie so ihre Sorgen und Freuden. Heute kommen auch Männer, um zu zuschauen. Eine recht fröhliche Angelegenheit!
Im Vorfeld des Festes wurde im August jeden Abend auf der Strasse, die durch Dailekh führt, getanzt. Auch einige aus unserem Büro gingen an diese Tanzabende. Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich und die Musik, sehr schnell und rhytmisch, regte zum Tanzen nur so an.
Zudem war in der ersten Augustwoche eine Mondfinsternis, die hier in Nepal mit viel Gebeten gefeiert wird, v.a. nachts. Da in unserem Haus, wo wir übernachten, eine Frau wohnt (die Vermieterin des Zimmers), die eine Art Priesterin ist oder "knowing Lady", wie sie genannt wird, war in der Nacht der Mondfinsternis nicht wirklich an Schlaf zu denken. Zu alledem, muss ich leider sagen, war der Gesang ziemlich "falsch". Nun ja, ich verbrachte 1 oder 2 Nächte mit wenig Schlaf:-).
Am Ende der 3. Augustwoche (17. bis 23. August) bereiteten wir unseren Aufenthalt in Nepalgunj vor, wo wir ein letztes Interview mit dem Landwirtschaftsbüro (DADO) durchführen würden. Wieviele Male habe ich schon "letztes Interview" geschrieben? Ja, Überraschungen kommen immer zuguterletzt.
Nun, wir fuhren am 25. August nach Nepalgunj, feucht und heiss dort wie immer, und wohnten wieder im selben Zimmer im Kalpatru Hotel. Das Interview verlief gut und zur Feier des Tages machten wir einen kleinen Einkaufsbummel in Nepalgunj und tranken Kaffee und assen Kuchen:-). ja mei, das ist herrlich!
Danach, am 29. August, fuhren wir nach Surkhet zurück, wo wir 4 Tage in Asmitas Zuhause verbrachten, bei sehr leckerem Essen, viel Schreiben und ansonsten einfach "gemütlichen Beisammensein". Die Zeit verging schnell und vergangenen Sonntag, 3. September, kehrten wir nach Dailekh zurück.
Nun steht v.a. das Schreiben noch mehr im Vordergrund, da ich den kommenden Freitag erste Resultate präsentieren muss / darf.
Gestern allerdings machten wir einen kleinen Ausflug zum Bellaspurtempel, der etwa 30 min zu Fuss vom Büro liegt. Herlich! Wir brachen um 6:30 h auf, ohne etwas gegessen zu haben, denn, wenn man in den Tempel geht, muss man nüchtern sein. Debu, unsere Köchin / Büroassistentin, kaufte einen Bhaale (lokaler Hahn) und trug ihn zum Tempel. Ich fragte, was sie mit dem ganzen Hahn machen würden. Sie schneiden ihm den Kopf ab und opfern das Blut dem dortigen Gott. Den Rest, das Fleisch, wird unter die Priester oder andere Leute verteilt.
Amkommenden Samstag, 9. Sept. werden Asmita und ich Dailekh verlassen und nach Kathmandu reisen. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Male in solch kurzer Zeit ein Flugzeug benutzt. Doch es ist als sehr konfortables Transportmittel sehr schätzenswert hier!
Der Monat des Abschieds hat begonnen. Etwas wehmütig ist mir schon zumute, trotzdem freue ich mich auf die Heimkehr. Der Bahini allerdings Adieu zu sagen, wird schwer... Nun wollen wir die letzten 3 Wochen noch zusammen geniessen, eine davon in den "Ferien" in Pokhara, den Rest davon in Kathmandu, wo ich noch eine Abschlusspräsentation halten "darf", bevor es zurück in die Schweiz geht.
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